wird alles mitgeloggt!?

Februar 28, 2009

Da auch mein Arbeitgeber  (oui, oui, ich zahle endlich Steuern) unangekündigt eine Kamera im Flur installiert hat, weise ich gerne auf die jüngte Folge von Chaosradio hin:

Datenschutz für Arbeitnehmer – belauscht, bespitzelt, abgeschnorchelt?

Die Skandale um Lidl, Edeka, Rewe oder Burger King sind längst keine bedauerlichen Einzelfälle mehr, sondern Zeichen einer um sich greifenden Fehlentwicklung. Denn bisher gibt es keine spezifischen Regelungen für den Datenschutz bei Arbeitnehmern, die den Umgang mit persönlichen Daten im Arbeitsverhältnis eindeutig klarstellen. Zwar hat die Bundesregierung solche Regelungen im Koalitionsvertrag versprochen, passiert ist aber in puncto Rechtsklarheit für Beschäftigte nichts.

Das Ausspionieren der Belegschaften geht also munter weiter: Da werden Gentests von Bewerbern gefordert – natürlich ganz „freiwillig“ –, heimliche Videokameras nach Gutdünken gegen Mitarbeiter eingesetzt, das Surfverhalten mitprotokolliert usw. Der Mitarbeiterdatenschutz ist also diesmal Thema des Chaosradio: Wie werden Arbeitnehmer heute überwacht? Und wie sollen künftige gesetzliche Regelungen aussehen?

> als Download oder audio-on-demand bei Chaosradio

> auch interessant: golem-Artikel über forensische Software zur Mitarbeiterüberwachung


mann und frau

Dezember 8, 2008

In dem Wohnzimmer würde man ein Sofa erwarten. Es gibt aber nur zwei Stühle. Stühle, die Liegestühlen ähneln und die nebeneinander, allerdings nicht direkt nebeneinander, im Raum stehen, und zusammen mit dem Fernseher an der Wandseite ein spitzwinkliges Dreieck bilden, ähnlich einem Tortenstück. Ich war immer schlecht in Mathe, aber Dreiecke mochte ich, den Satz des Pythagoras kann ich heute noch. Auf meinem Taschenrechner war ein Aufkleber, auf dem stand „es lauert in dir und sucht seine Chance“. Vielleicht stimmte das sogar.

Ein Dreieck. Der ganze Raum ist auf den Fernseher ausgerichtet, wenn der Fernseher nicht da wäre, könnte man denken, es handele sich um eine unökonomische eigenwillige Raumaufteilung, mit den beiden Stühlen in der Zimmermitte, die weder einander noch dem Fenster zugerichtet sind. Aber mit dem Fernseher macht das Sinn. Zwischen den Stühlen steht ein Beistelltischchen, vor ihnen stehen Hocker mit Kissen drauf.

Der Fernseher läuft. Auf dem Beistelltischchen steht eine leere und eine volle Flasche Wein. Es ist spät. Die Frau sieht müde aus, sie sinkt langsam tiefer in den Stuhl, dreht den Kopf leicht zur Seite, ihr fallen die Augen zu. Der Mann bemerkt es und stellt den Fernseher lauter. Die Frau schreckt hoch und setzt sich wieder aufrecht hin. Sie strengt sich an, unbeteiligt auszusehen. Der Mann trinkt seinen Wein aus, schenkt nach und stellt den Fernseher wieder leiser.

Eine Talkrunde. Der Mann trinkt sein Glas Wein aus und schenkt nach. Der Frau fallen erneut die Augen zu, doch sie hat ihren Kopf ganz zur Seite gedreht, so dass der Mann ihr Gesicht nicht sehen kann. Der Mann kommentiert einen Redner aus der Talkrunde mit einer kurzen abfälligen Bemerkung. Als keine Reaktion von der Frau kommt, schaltet er ohne sie anzusehen zügig durch die Programme, bis er zu einem Actionfilm gelangt, der grade einen aufwändigen Schusswechsel zeigt. Das Getöse weckt die Frau auf. Sie sagt: ich wollte die Talkshow sehen. Er sagt: du schläfst doch sowieso. Er spricht laut, unerträglich laut. Sie sagt: ich schlafe nicht.


postkoitale depression

November 17, 2008

Es ist die vorletzte Praktikumswoche. Zeit, nervös zu werden.

Ich könnte es so sehen: „man investiert in mich“. Man schickt mich auf Schulungen, bei denen ich hochspezielles Fachwissen anhäufe. Heute hier, morgen dort. Und am Wochenende noch woanders. Jetset auf Sparflamme.

Allerdings könnte ich es auch so sehen: „man nutzt meine für die Firma kostenneutralen Kapazitäten recht gut aus“. Ich stecke knietief im Thema, bin bombig eingearbeitet, blicke durch die Zusammenhänge, und all das zum Nulltarif.

Mir bleiben noch acht Tage. Dann muss was Neues kommen. Bloß was? Eine Stelle (voll, fest, unbefristet) gibt es jedenfalls erstmal nicht. Aber ich könnte ja freelancen. Ich könnte ja über eine Personalagentur… spruchreif ist noch gar nichts. Meine Nervosität wächst. Ich stehe morgens auf und gehe zur Arbeit. Ich versuche, gut zu sein, ha, brillant zu sein, schnell und effektiv zu sein, schlagfertig und pflegeleicht, anpassungsfähig und flexibel. Das gelingt mir nicht immer. Aber oft.

An mir sei ja wohl eine Vertrieblerin verlorgengegangen, bemerkte heute mein Kollege. Ich könne das ja ganz gut, so am Telefon. Was soll ich mit so einer Aussage anfangen? Heisst das jetzt etwas? Wohin mit der Anspannung, die mir in den Gliedern steckt? Die treibt mich tagsüber an. Aber abends komme ich schlecht runter und drauf. Ich bin unruhig. Manchmal zucken meine Augenlider so komisch, manchmal denke ich: na klar kriege ich einen Vertrag. Und dann scheint wieder alles an einem seidenen Faden zu hängen.

Wenn mein Arbeitstag mit seinen unwägbaren Aufs und Abs und überraschenden Spannungskurven den Koitus darstellt, kommt abends unweigerlich die Depression. Umgekehrt wärs irgendwie besser.


/format c:

November 11, 2008

Vor zwei, drei Jahren ist mir mal meine Festplatte abgeschmiert. Damals dachte ich, die Welt würde untergehen.

Jetzt habe ich eine komplett zugemüllte Festplatte – mit Musik, die ich nie höre und irgendwelchen Progrämmchen, die ich nie benutze. Was meine registry so treibt, möchte ich gar nicht wissen. Sie suhlt sich im Dreck. Das Hochfahren dauert ewig, ich bin genervt und denke öfters an /format C: … wie dem auch sei, auf der Liste meiner guten Vorsätze für 2008 stand unter anderem ein vages „auf Linux umsteigen“. Und jetzt ist schon fast Mitte November. Zeit zu handeln. Zeit für einen kleinen Test.

Der Plan geht so: Umstieg auf ubuntu (8.10). Naja, weil ich feige bin, sagen wir: Dualboot. Und weil ich davon überzeugt bin, dass dies ein Unterfangen ist, welches so kinderleicht wie es die Frickler und Admins und Linuxfreaks und ubuntuusers einem immer weismachen wollen, gar nicht ist – gar nicht ist – gar nicht ist, werde ich parallel zum Umstieg darüber bloggen. Übernächstes Wochenende. Aber Hauptsache schonmal angekündigt, ne. Jaja. Aber dann mache ich es hoffentlich wirklich.

Die Faktenlage sieht so aus: ich bin eine semi-ambitionierte Computer-Userin mit geringer Linuxerfahrung, mittlerer Leidenschaft und vorhandenem Interesse für die Sache. Ich würde nicht sagen, dass ich mit meinem Rechner auf Du und Du bin. Ein System aufgesetzt habe ich zwei Mal (beide Male ältere Susen), allerdings sorgenfrei unter fachlicher Anleitung. Meine These: allein schaffe ich das nicht. Ich werde spätestens an der WLAN-Einrichtung scheitern. Oder an der Grafikkarte. Oder… Aber einen Versuch ist es wert. Und für den Rest gibt es Foren. Und Freunde.


brutal oder egal?

November 10, 2008

…kürzlich habe ich jemandem zugesehen, der einen Schokoladenweihnachtsmann auspackte, ihm den Kopf abriss und sein Gesicht zuerst verspeiste.

*


rein oder raus?

November 6, 2008

… ich habe ziemlich genau noch drei Wochen Zeit, um aus meinen Praktikum einen Job zu machen.

Die Situation ist die: ich befinde mich im letzten Monat einer durch die Agentur und den Europäischen Sozialfond geförderten 12monatigen Weiterbildung. Konkret hieß das: acht Monate Unterricht in Berlins schrecklichster Gegend am S-Bahnhof Landsberger Allee. Dort reihen sich jenseits des Jobcenters Prenzlauer Berg ghettoartig und seelenlos häßliche Neubauten aneinander, in denen sich primär Weiterbildungseinrichtungen befinden.

Dort werden wöchentlich, monatlich, jährlich Horden von Arbeitssuchenden durchgeschleust. Mit oder gegen ihren Willen, mit oder gegen ihr Einverständnis. Aber eher gegen. Das hat zur Folge, dass die Gesichter, in die man so guckt, wenn man durch die häßlichen Gebäudereihen läuft, nicht grade vor Glückseeligkeit strahlen. Genau genommen sieht man vollkommene Perspektivlosigkeit. Abgetörnte uninspirierte blaße Menschen stehen vor den Häusern und rauchen noch schnell eine, bevor die Weiterbildungsmühle sie wieder schluckt.

Unterricht täglich von 8 bis 15 Uhr 15. Drei Pausen. Drei täglich zu leistende Unterschriften. Stundenzettel. Module. Vorlagen für Abwesenheitsbegründungen mit Stempelfeldern, Abmahnungsschreiben, Bürokratieterror. Acht lange Monate, von denen nicht jeder schlecht war. Ich glaube, ich war nicht an einem einzigen Tag pünktlich. Irgendwann wurde das Zuspätkommen zur Ehrensache. Und das Abmahnungsschreiben auch.

Meine Klasse setzte sich aus einem munter-heterogenen Grüppchen von Hartzies zusammen, die aus aller Herren sozialen Schichten kamen. Dreimal soviel Männer wie Frauen, Durchschnittsalter Mitte 40. Ich gehörte mit Anfang 30 jedenfalls zu den Jüngsten. Bis auf einige Ausnahmen waren sie mir (vor allem anfangs) nur mäßig symphatisch, meine unverhofften Mitstreiter/innen. Aber 12 Monate sind eine lange Zeit und geteiltes Leid ist halbes Leid. Man arrangiert sich. Irgendwann wurden wir tatsächlich so etwas wie ein Klassenverband.

Nach acht Monaten Unterricht gelangten wir im August in die „Praktikumsphase“: Ein Monat im „Ausland“ (Hochsommer in Wien: es war ganz wunderbar!) und drei Monate in Berlin. Und jetzt verbleiben nur noch drei Wochen. Nach einem beinahe ruinösen Fehltritt bei einem elitären deutschen Institut für angewandte Forschung im September bin ich nun seit knapp sechs Wochen im Praktikum bei einem Unternehmen in Berlin-Mitte, wo es mir sehr gut gefällt.

Gestern durfte ich das erste Mal „mit zum Kunden“: um 4 Uhr aufstehen, Stunden im Zug Richtung Westdeutschland, meeting um 9:30, Präsentation, Werksbesichtigung, Mittagessen, Absprachen, zurück zum Bahnhof und wieder nach Berlin. Phew. Aber es lief fantastisch. Der Kunde mochte mich sogar so gerne, dass er mich kurzerhand zu einer technischen inhouse-Schulung für nächste Woche eingeladen hat. Zwecks Kooperation. Nicht so schlecht.

Dieser Tag gab mir zudem die unerwartete Gelegenheit, einmal mit meiner Chefin Zeit zu verbringen, die sie nämlich sonst nie hat. Und dabei stellte sich heraus, dass es tatsächlich Anstellungsperspektiven im Hause gibt, man meine Arbeit sehr schätzt und denkt, ich würde gut ins Team passen. Sie sähe mich im Bereich Konzeption, Authoring und Projektmanagement. Oha.

So ganz traue ich dem Braten nicht. Aber Grund genug, ein positives Fazit zu meinem jüngst unbemerkt vorübergezogenen Bergfest zu ziehen. Am Ende des 8-Stunden-sind-kein-Tag-es steht also die Frage: kriege ich einen verdammten Job oder nicht?


schimäre empfiehlt

Oktober 19, 2008

Und denjenigen, die sich nicht nur ablenken wollen, sondern die sich eine richtig kleine Auszeit wünschen, empfehlen wir die wunderschöne Ostsee in Mecklenburg-Vorpommern. Erst kürzlich verbrachten wir, die Betreiberinnen dieses Blogs, ein paar Tage am Meer. Zwar viel zu kurz, aber es hat sich definitiv gelohnt! Auch im Herbst ist die Küste alles andere als langweilig. Gerade Naturfreaks werden nicht zu kurz kommen. Denn schöne piktureske Landschaften wollen gesehen werden (auch bei vielleicht nicht so gutem Wetter). Wer also Zeit und ein klein wenig Geld übrig hat, sollte sich für ein paar Tage eine Auszeit gönnen und einfach ans Meer fahren. Ein paar wetterfeste Klamotten packen und sich dann mit der Bahn auf den Weg machen. Mit dem DB-Ostsee-Ticket ist das Meer bestens zu erreichen. Der Kostenfaktor für die Hin- und Rückfahrt beträgt 39 Euro und ist somit fast unschlagbar. Zudem sind relativ günstige Unterkünfte auf den Homepages der jeweiligen Kurverwaltungen zu finden. Wenn ich jetzt Zeit hätte, würde ich prompt wieder im Zug Richtung Meer sitzen.


thumps-up für die bsr

Oktober 18, 2008

Heute war ich bei der Berliner Stadtreinigung im Recyclinghof Lichtenberg. Das war total schön! Aufgepeitscht von der Erfahrung habe ich eben die Website besucht, und auch die ist total schön. Doch noch Müllmanagerin werden…?


blick in die welt

Oktober 13, 2008


die maus über die liebe

Oktober 12, 2008

Sehr rührselig! Immer wieder eine Freude die Maus…