März 14, 2009
Aus aktuellem Anlass ein kleiner Bericht zum Thema „Netzspuren“. Kürzlich gab ich einer Person, die ich über ein bekanntes Social Networking Portal „kennengelernt“ hatte, meine Emailadresse. Nein, anders: die Person schlug vor, über einen bekannten Instant Messaging Client zu chatten, wo ich mit einer meiner privaten Emailadressen registriert bin. Und diese ist neben meinem usernamen standardmäßig sichtbar. Peng.
Ein paar Tage später hat mir dann eben jene Person im Chat fast schon stolz erzählt, welche Informationen über mich er zusammengetragen hat. Es waren nicht eben wenige und ich habe mich ziemlich erschrocken. Ich bin grundsätzlich paranoid und achte darauf, meine Netzspurenlast so gering wie möglich zu halten. Er präsentierte mir google-Suchergebnisse, die zum Teil Jahre alt waren und die ich schon vollkommen vergessen hatte. Also habe ich mich daran gemacht, diese Spuren zu löschen. Ich habe geforscht und fleißig gegoogelt und dringend-freundliche Mails an die Betreiber von Foren, Communities, Websites, Blogs etc. geschickt, jeweils mit der Bitte, meinen Eintrag so schnell wie möglich zu entfernen. Dies ist auch letztendlich in allen Fällen geschehen. Aber: Google fand mich immer noch.
Googles Cache ist naturgemäß ein träges Monster und der Googlebot ganz klar überarbeitet. Und einen Antrag auf Neuindizierung/ Entfernung von Seiten aus dem Cache kann nur ein Webmaster stellen, nachdem er zuvor entsprechende Meta-Tags in den Seitencode eingefügt hat. Ergo: war ich machtlos und musste warten. Gedauert hat es am Ende knapp drei Wochen, dann war nichts mehr sichtbar.
Grund genug für mich, in dieser Zeit mein Netzverhalten zu überdenken. Mit ein bißchen Kombinationsvermögen ließe sich zum Beispiel mein richtiger Name, der Bezirk in dem ich lebe, mein Musikgeschmack und mein damaliger sozialer Status arbeitslos problemlos aus dem Netz filtern – und das wohlgemerkt nur über das Eingeben einer Emailadresse mit Fantasienamen.
Schon klar, dass ich mich nicht künstlich aufregen muss, wenn ich doch meine chat-addy bereitwillig rausgegeben habe. Eine Umfrage im Freundeskreis ergab zudem: alle googeln alle. Ständig. Und werden fündig. Insgesamt überhaupt kein Grund zur Beunruhigung oder gar zu Argwohn. Aber mir war es eine Lehre. Nie mehr ein Eintrag mit echter Adresse…
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Verfasst von supra
Januar 4, 2009
… und im Radio:
jetzt (20:05 – 21:00) auf Deutschlandfunk.
zum stream dlf.m3u (kein download, kein audio-on-demand!)
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Verfasst von supra
Dezember 27, 2008
IT-mäandern, digitale Schwanzverlängerung und Senf: Heute beginnt in Berlin der 25. Chaos Communication Congress, auf Kapuzenpullovern, Bannern und im Volksmund auch 25C3 genannt. Das Motto der Veranstaltung lautet „nothing to hide“, Inhalte sind Datenschutz, Sicherheitsfragen, Netzpolitik, Überwachung, Netze, Werke, Hacken, Spielen, Nerds, Geeks, Nullen und Einsen…
Als heutige Vortrags-Highlights könnten in Frage kommen: „Hacking the iPhone“ (Pwning Apple’s Mobile Internet Device), „Erich Mühsams Tagebücher aus der Festungshaft“ (Eine Idylle aus der Analogsteinzeit der Überwachung) und „Terrorist All-Stars“ (Some cases of terrorism around the world that are not terrorist at all) von Anne Roth. Sie ist die Frau des im letzten Jahr in Berlin wegen Terrorismusverdachts verhafteten Sozialwissenschaftlers Andrej Holm.
ORT: Berliner Congress Center, Alexanderstr. 11, 10178 Berlin
ZEIT: 27. – 30. 12.2008, rund um die Uhr
EINTRITT: 35 Euro für Hartz-IV-Empfänger/innen mit Nachweis (nothing to hide, klar), sonst 80; Tagestickets 10/30 Euro
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Verfasst von supra
Dezember 15, 2008
Den reißerischen Titel habe ich bei Netzwelt geklaut. Aus aktuellem Anlass poste ich heute einen persönlichen Erfahrungsbericht mit sogenannten „Abzocker-Seiten„. Irgendwann in meinem letzten Leben war ich auf der Suche nach einem Filesharing-Client. Weil ich mich damals nicht auskannte mit P2P und BitTorrent, rief ich in den Wald, und es schallte Limewire heraus.
//Exkurs: Limewire ist ein plattformunabhängiger Filesharing-Client bzw. ein Dateifreigabeprogramm zum Zwecke des Datentauschs. Limewire ist in Java geschrieben und basiert auf dem (peer-to-peer) Gnutella-Netzwerk. Es ist sehr einfach und intuitiv zu bedienen, sehr schnell und sieht sehr hübsch aus, deshalb ist es für Anfänger/innen besonders geeignet. Ende//
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netz, schimären unserer zeit | Mit Tag(s) versehen: abo-masche internet, cinema-streams.com, computerbetrug, content service ltd, geködert-geklickt-gezockt, internet-abzocke, internetbetrug, kino-streams, kino.to, limewire, olaf tank, opendownload.de, schmidtlein, widerspruchsrecht internetabo, winloads-net |
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Verfasst von supra
Dezember 12, 2008
Für diejenigen, die Ixquick noch nicht kennen: laut Aussage der Anbieter handelt es sich dabei um die leistungsstärkste Suchmaschine der Welt. Und das angeblich ganz sicher bzw. privat. Daten werden also nicht gespeichert. IP-Adressen werden z.B. nach 48 Stunden gelöscht im Gegensatz zur Praxis von Google. Zudem ist sie die einzig offiziel nach EU-Datenschutzrecht geprüfte und zertifizierte Suchmaschine. Auch der Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung empfiehlt sie. Wer also Angst hat, Spuren im Netz zu hinterlassen, sollte vielleicht auf Ixquick umsteigen. Mir jedenfalls gefällt sie sehr gut.
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Verfasst von juhu
Dezember 4, 2008
Für das Symposium „Web as Culture – Ethnographische, linguistische und didaktische Perspektiven“ des Graduate Centre for Study of Culture der Uni Giessen werden Beiträge gesucht:
Im Sinne einer transdisziplinär arbeitenden Kulturwissenschaft werden Vertreter verschiedener akademischer Hintergründe eingeladen, sich mit Fragen der sozio-technischen Vernetzung, der Wissensvermittlung und -aneignung und des Sprachwandels im Web aus kulturwissenschaftlicher Perspektive auseinanderzusetzen. Neben den Kerndisziplinen Ethnographie, Didaktik und Linguistik werden insbesondere auch Vertreter aus der Medienwissenschaft, Literaturwissenschaft, Soziologie, Anthropologie, Philosophie sowie den angrenzenden kulturwissenschaftlichen Disziplinen aufgefordert, Beiträge einzureichen.
Termine:
Deadline Abstracts: 31.01.2009
Notification of acceptance: 28.02.2009
Symposium: 16.-18.07.2009
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ausschreibungen, netz, veranstaltungen | Mit Tag(s) versehen: gcsc giessen call for papers, sprachwandel im web, uni giessen symposium, web as culture |
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Verfasst von supra
Dezember 2, 2008
Heute Abend findet eine weitere SocialBar im tazcafé statt. Programm:
Holm Friebe: „Von der Marke-Eigenbau-Produktion zur Marke-Eigenbau-Kampagne? – Neue Formen der Zusammenarbeit.“ marke-eigenbau.org
Karsten Wenzlaff: „Von my.barackobama.com, über votebuilder zu change.gov“ – Bericht und Analyse von USA Erfahrungen aus dem Web 2.0-Wahlkampf bei Obama. nachhall-texter.de
Florian Noto: „Atomausstieg goes web2.0?“ – Vorstellung der Kampagne „Atomausstieg selber machen“. atomausstieg-selber-machen.de
Es geht um 19 Uhr los. Das tazcafé ist in der Rudi-Dutschke-Straße 23 und barrierefrei (das WC auch). Es gibt einen Web-Stream unter mogulus.com/socialbar.
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netz, politik, veranstaltungen | Mit Tag(s) versehen: florian noto, holm friebe, karsten wenzlaff, socialbar berlin, tazcafé |
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Verfasst von supra
November 29, 2008

Die BOBS best of blogs sind vergeben:
Wir gratulieren dem frisch gekürten besten deutschen Weblog MÄDCHENMANNSCHAFT ganz herzlich!
Auch für das beste Weblog überhaupt zeichnet eine Frau verantwortlich: die kubanische Bloggerin Yoani Sanchez beschreibt in Generación Y das Alltagsleben in Kuba. Aufgrund staatlicher Restriktionen kann sie ihre Posts nicht persönlich auf ihrem Blog veröffentlichen, sondern muss ihre Beiträge an Freunde außerhalb Kubas schicken, die sie dann für sie online stellen. Chapeau.

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netz | Mit Tag(s) versehen: BOBS best of blogs, deutsche welle blog awards, generación y, mädchenmannschaft, yoani sanchez |
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Verfasst von supra
November 29, 2008

Die erste Programmversion für den 25. Chaos Communication Congress zum Thema NOTHING TO HIDE ist online.
Schade, dass es keine Antwort auf den zwiespältigen Vortrag vom letzten Jahr „SEX 2.0 – Hacking Heteronormativity/Der lange Schwanz der Social Web“ (oder so ähnlich) von Florian Bischof gibt. Wenn ich mich richtig erinnere, hat dieses Referat am vorletzten Tag gegen Mitternacht im größten Saal des bcc stattgefunden. Der Raum quoll förmlich über vor Menschen Männern. Es war womöglich der bestbesuchteste Vortrag des Kongresses – und zugleich der enttäuschendste.
Dass es um Online-Dating gehen sollte, konnte man dem Programm entnehmen. Dass es sich aber – und dies innerhalb einer Grossveranstaltung, die sich durch einen schier überwältigenden Männerüberhang auszeichnet – dann hauptsächlich um einen merkwürdig positionslosen und unaufregenden Abriss über Schwulen-Communities wie GAY ROMEO handelte, in der Frauen ganz explizit nur eine völlig zu vernachlässigende Rolle spielten, hat mich geärgert. Unter „Hacking Heteronormativity“ (<De- und Rekonstruktion von Geschlecht> hiess es noch in der Ankündigung) stelle ich mir etwas anderes vor – umso mehr in einem nahezu exklusiv männlichen Metier wie es der IT-Sektor / die Hacker-Szene / der Chaos Communication Congress nun einmal ist, Quoten hin oder her.
Aber das ist auch zugleich das Problem: Es gibt keine Frau, die darauf antworten könnte oder würde oder wollte. Die wenigen Frauen, die beim CCC aktiv sind (gibt es die HAECKSEN, einst dessen weiblicher Arm, eigentlich noch?), haben wahrscheinlich andere inhaltliche Sorgen als Heteronormativität. Und die Frauen, die zum Thema Heteronormativität etwas zugleich Frisches und Differenziertes sagen könnten, sind vermutlich nicht auf dem Congress. Und die sechs, sieben Frauen, die den Kongress besuchen UND das Thema Gender relevant finden, haben keine Lust, sich vor 600 Männer zu stellen und zu sagen: scheisse, hier sind 600 Männer. Wobei man den Veranstaltern nicht vorwerfen kann, sie bemühten sich nicht um weiblichen Input. Allein: es fehlt an Frauen. Ein wenig GENDER MAINSTREAMING würde der ganzen Sache sehr gut tun.
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Verfasst von supra