nichts zu verbergen, nichts zu befürchten

Dezember 27, 2008

IT-mäandern, digitale Schwanzverlängerung und Senf: Heute beginnt in Berlin der 25. Chaos Communication Congress, auf Kapuzenpullovern, Bannern und im Volksmund auch 25C3 genannt. Das Motto der Veranstaltung lautet „nothing to hide“, Inhalte sind Datenschutz, Sicherheitsfragen, Netzpolitik, Überwachung, Netze, Werke, Hacken, Spielen, Nerds,  Geeks, Nullen und Einsen…

Als heutige Vortrags-Highlights könnten in Frage kommen: „Hacking the iPhone“ (Pwning Apple’s Mobile Internet Device), „Erich Mühsams Tagebücher aus der Festungshaft“ (Eine Idylle aus der Analogsteinzeit der Überwachung) und „Terrorist All-Stars“ (Some cases of terrorism around the world that are not terrorist at all) von Anne Roth. Sie ist die Frau des im letzten Jahr in Berlin wegen Terrorismusverdachts verhafteten Sozialwissenschaftlers Andrej Holm.

ORT: Berliner Congress Center, Alexanderstr. 11, 10178 Berlin

ZEIT: 27. – 30. 12.2008, rund um die Uhr

EINTRITT: 35 Euro für Hartz-IV-Empfänger/innen mit Nachweis (nothing to hide, klar), sonst 80; Tagestickets 10/30 Euro


[neukölln] instant love soli party

Dezember 18, 2008


bar25: zwischennutzung verlängert

Dezember 14, 2008

Glückwunsch, Bar25, zur Verlängerung des Zwischennutzungsvertrags.

Die Bar-Betreiber haben sich mit Vermieter BSR am Freitag vor dem Landgericht geeinigt: die von der BSR ausgesprochene Kündigung zum 31. Oktober 2008 ist vom Tisch, im Gegenzug räumt die Barcrew zum 31. August 2009 freiwillig das Grundstück an der Holzmarktstraße.

Und gleich noch ein Hinweis auf eine Veranstaltung: morgen Abend findet eine Podiums- und Publikumsdiskussion zum Thema „Was kommt nach Mediaspree?“ statt.

> 19 Uhr, Kato, Schlesisches Tor



call for papers: web as culture

Dezember 4, 2008

Für das Symposium „Web as Culture – Ethnographische, linguistische und didaktische Perspektiven“ des Graduate Centre for Study of Culture der Uni Giessen werden Beiträge gesucht:

Im Sinne einer transdisziplinär arbeitenden Kulturwissenschaft werden Vertreter verschiedener akademischer Hintergründe eingeladen, sich mit Fragen der sozio-technischen Vernetzung, der Wissensvermittlung und -aneignung und des Sprachwandels im Web aus kulturwissenschaftlicher Perspektive auseinanderzusetzen. Neben den Kerndisziplinen Ethnographie, Didaktik und Linguistik werden insbesondere auch Vertreter aus der Medienwissenschaft, Literaturwissenschaft, Soziologie, Anthropologie, Philosophie sowie den angrenzenden kulturwissenschaftlichen Disziplinen aufgefordert, Beiträge einzureichen.

Termine:

Deadline Abstracts: 31.01.2009
Notification of acceptance: 28.02.2009
Symposium: 16.-18.07.2009


william fitzsimmons

Dezember 3, 2008

Heute habe ich im Radio einen bezauberndes Interview mit dem SingerSongWriter William Fitzsimmons gehört. Das Interview an sich war gar nicht so berauschend, was hauptsächlich an dem unvorbereiteten Moderator lag, aber Herr Fitzsimmons und seine Musik schon! Sehr traurig. Passend zum Tag.

Wie es der Zufall will, spielt er heute ein Konzert im Schokoladen. Der Schokoladen schreibt, er sei eine Mischung aus Bonnie Prince Billy und Sufjan Stevens. Er trägt zumindest einen Rauschebart wie Bonnie und kommt aus Illinois wie Sufjan. Nee, der kommt da glaube ich gar nicht her, hat aber ein Album gemacht, das so heisst…

Damit seine Shows nicht so traurig werden, sagte Herr Fitzsimmons in dem Interview, erzählt er immer Witze zwischen den Liedern. (Sowas kann ja durchaus in die Hose gehen. Wobei ich einmal bei einem sehr – im besten Sinne des Wortes – besinnlichen Konzert von Lambchop war, bei dem der Bassist eine Reihe von wirklich lustigen Witzen erzählt hat. Wir haben uns kollektiv abgerollt.) Wie dem auch sei: ein sehr schönes Konzert wird es bestimmt!

Links:
http://www.williamfitzsimmons.com/
http://www.myspace.com/williamfitzsimmons
http://en.wikipedia.org/wiki/William_Fitzsimmons_(musician)


4. socialbar in berlin

Dezember 2, 2008

Heute Abend findet eine weitere SocialBar im tazcafé statt. Programm:

Holm Friebe: „Von der Marke-Eigenbau-Produktion zur Marke-Eigenbau-Kampagne? – Neue Formen der Zusammenarbeit.“ marke-eigenbau.org
Karsten Wenzlaff: „Von my.barackobama.com, über votebuilder zu change.gov“ – Bericht und Analyse von USA Erfahrungen aus dem Web 2.0-Wahlkampf bei Obama. nachhall-texter.de
Florian Noto: „Atomausstieg goes web2.0?“ – Vorstellung der Kampagne „Atomausstieg selber machen“. atomausstieg-selber-machen.de

Es geht um 19 Uhr los. Das tazcafé ist in der Rudi-Dutschke-Straße 23 und barrierefrei (das WC auch). Es gibt einen Web-Stream unter mogulus.com/socialbar.


[ccc] nothing to hide

November 29, 2008

Die erste Programmversion für den 25. Chaos Communication Congress zum Thema NOTHING TO HIDE ist online.

Schade, dass es keine Antwort auf den zwiespältigen Vortrag vom letzten Jahr „SEX 2.0 – Hacking Heteronormativity/Der lange Schwanz der Social Web“ (oder so ähnlich) von Florian Bischof gibt. Wenn ich mich richtig erinnere, hat dieses Referat am vorletzten Tag gegen Mitternacht im größten Saal des bcc stattgefunden. Der Raum quoll förmlich über vor Menschen Männern. Es war womöglich der bestbesuchteste Vortrag des Kongresses – und zugleich der enttäuschendste.

Dass es um Online-Dating gehen sollte, konnte man dem Programm entnehmen. Dass es sich aber – und dies innerhalb einer Grossveranstaltung, die sich durch einen schier überwältigenden Männerüberhang auszeichnet – dann hauptsächlich um einen merkwürdig positionslosen und unaufregenden Abriss über Schwulen-Communities wie GAY ROMEO handelte, in der Frauen ganz explizit nur eine völlig zu vernachlässigende Rolle spielten, hat mich geärgert. Unter „Hacking Heteronormativity“ (<De- und Rekonstruktion von Geschlecht> hiess es noch in der Ankündigung) stelle ich mir etwas anderes vor – umso mehr in einem nahezu exklusiv männlichen Metier wie es der IT-Sektor / die Hacker-Szene / der Chaos Communication Congress nun einmal ist, Quoten hin oder her.

Aber das ist auch zugleich das Problem: Es gibt keine Frau, die darauf antworten könnte oder würde oder wollte. Die wenigen Frauen, die beim CCC aktiv sind (gibt es die HAECKSEN, einst dessen weiblicher Arm, eigentlich noch?), haben wahrscheinlich andere inhaltliche Sorgen als Heteronormativität. Und die Frauen, die zum Thema Heteronormativität etwas zugleich Frisches und Differenziertes sagen könnten, sind vermutlich nicht auf dem Congress. Und die sechs, sieben Frauen, die den Kongress besuchen UND das Thema Gender relevant finden, haben keine Lust, sich vor 600 Männer zu stellen und zu sagen: scheisse, hier sind 600 Männer. Wobei man den Veranstaltern nicht vorwerfen kann, sie bemühten sich nicht um weiblichen Input. Allein: es fehlt an Frauen. Ein wenig GENDER MAINSTREAMING würde der ganzen Sache sehr gut tun.


[berlin] runter vom sofa

November 25, 2008

Es gibt Wochen, da passiert alles. Jetzt ist grade so eine: morgen abend spielt SQUAREPUSHER in der Volksbühne auf – und es gibt CHAOSRADIO zum Thema Bittorrent, am Donnerstag abend gibt es die Preisverleihung der BOBS – BEST OF BLOGS der Deutschen Welle im Museum für Kommunikation, ab Freitag ist das ganze Wochenende das WORLDTRONICS-Festival im Haus der Kulturen der Welt, und am Sonntag gibt es als krönenden Abschluss Isobel Campbell und Mark Lanegan im Columbia Club (und nicht im Quasimodo wie angekündigt). Whoa! Umsonst sind leider nur die BOBS.


mutter in hamburg

November 23, 2008

Ui, schon wieder ein Mutter-Konzert, auf das ich verzichten muss: am kommenden Donnerstag, den 27.11.2008, im Hamburger Hafenklang im Exil in der Großen Bergstr. 178 am Bhf. Altona.

Update: Muttermusik gibt zu Protokoll, dass Max Müller an einer Mandelentzündung erkrankt und nicht in der Lage sei, aufzutreten.

> Neuer Termin: 15. Januar 2009, Ort bleibt


3. socialbar in berlin

November 3, 2008

Morgen Abend findet die dritte Socialbar in Berlin statt. Vorträge gibt es zu diesen Themen:

  • Die Online/Offline-Mobilisierung der erfolgreichen Demo „Freiheit statt Angst – Stoppt den Überwachungswahn“ – von dem sehr symphatischen Ricardo Cristof Remmert-Fontes vom Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung (Wer den AK nicht kennt, lag im datenschutzpolitischen Koma)
  • „Twitter für meine Kampagne nutzen – Gebrauchsanweisung in 10 Minuten!“ – von Jan Michael Ihl von der taz (ich persönlich finde Twitter überbewertet und verstehe den Hype nicht)
  • „creative acts – kreative Aktionen mit Hilfe von Web2.0″- von Joep van Delft von loesje.org (An international poster organization which spreads ideas in order to stimulate creativity and initiative)

Zeit & Ort: 19 Uhr im tazcafe, Rudi-Dutschke-Str. 23, U-Bhf Kochstrasse