„initiative kulturarbeit berlin“

Supi? Für 300 Berliner „Langzeitarbeitslose“ sollen bis Jahresende sozialversicherungspflichtige „Stellen“ im Kulturbereich geschaffen werden. Das Projekt heißt «Initiative KulturArbeit in Berlin» und wurde am Freitag von Heidi Knake-Werner (Sozialsenatorin) und André Schmitz (Kulturstaatssekretär) vorgestellt. Träger von dit Janze ist der Verein Förderband in Berlin-Mitte, übrigens auch einer der ganz engagierten Ermöglicher von formidablen Ein-Euro-Jobs. Mit dem Programm sollen Initiativen, Einrichtungen und Projekte personell verstärkt werden. Das Angebot ist für „Langzeitarbeitslose“ aller Berufs- und Altersgruppen gedacht. Diese „neuen Jobs“ werden aus dem Sonderprogramm «Kommunalkombi» des Bundes, aus Landesmitteln und aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds finanziert.

Voraussetzungen: mindestens zweijährige Phase der Arbeitslosigkeit und mindestens einjähriger Bezug von ALG II. Vergütung: 1300 EUR brutto mit Sozialversicherungspflicht der Beschäftigung, also Einzahlung in Kranken-, Renten-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung. Dauer: die „Stellen“ sind auf maximal drei Jahre ausgelegt. Arbeitszeit: zwischen 30 und 40 Stunden pro Woche.

Zwiespältig: das Programm steht nur „Langzeitarbeitslosen“ offen. Gerade in der Kulturszene gibt es aber bekanntlich haufenweise Leute, die für Hungerlöhne/für umme schuften und kein ALG II beziehen – und damit vom Programm ausgeschlossen sind. Die Frage ist außerdem, um was für Tätigkeiten es letztlich gehen wird. Es wird gemunkelt, zum Beispiel um Öffentlichkeitsarbeit, Fundraising, konzeptionelle und redaktionelle Jobs. Das könnte praktisch aber heißen: schön Karten abreißen, Pressespiegel erstellen und an der Telefonzentrale hocken… Da kann man doch gleich mal per abgeordnetenwatch nachhaken.

> Weiterlesen zum Thema z.B. bei taz, Tagesspiegel & BZ

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5 Kommentare zu „„initiative kulturarbeit berlin“

  1. Projekt Kombilohn…. wurde hier auch vor kurzem aus der Taufe gehoben. Mal wieder eins mehr in der Kette von ABM, 1-€-Jobs und was es sonst noch alles gibt, um die Statistik zu schönen 🙄
    Gemein ist, dass man nach den drei Jahren Kombilohn sofort in HartzIV zurückfällt, gemein auch, dass es für mich keinen dieser Jobs gibt. Weiß der Geier warum, aber ich bekam auch nie einen 1-Euro-Job….. Ich bin wohl zu Höherem geboren 😆

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  2. in welchem bundesland ist denn „hier“ ?

    einen ein-euro-job kriegt, wem es sein zuständiger sachbearbeiter „erlaubt“. da müssen manche drum betteln, krass eigentlich. kürzlich kam ich bei einem (berliner) jobcenter vorbei, und da stand eine ziemlich junge frau, die irgendwie so aussah, als käme sie nicht klar. ich hab sie angesprochen, ob alles in ordnung ist, und sie erzählte mir, dass ihre sachbearbeiterin ihr keinen ein-euro-job gewährt, obwohl sie eine zusage von der einsatzstelle hat und den „job“ unbedingt machen will. die lapidare begründung war: „versuchen sie es erstmal aufm ersten arbeitsmarkt.“ sie ist aber alleinerziehend mit kleinem kind, ohne richtigen abschluss oder ausbildung. welcher erste arbeitsmarkt würde ihr einen job geben? der deutsche bestimm nicht. und die junge frau war völlig aufgelöst… it’s like kicking against the pricks…

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  3. Sachsen ist das Bundesland.
    Es ist ja wirklich tollo, dass man sich so viel ausdenkt, um Langzeitarbeitslose in Arbeit zu bringen. Nur wenn all diese Maßnahmen an mir immer vorbeigehen, weil dieses und jenes nicht passt, greife ich mir an den Kopf.
    Ich will einfach nur arbeiten, von keinem Amt abhängig sein und ständig Rechenschaft ablegen müssen. Das ist alles. Ich glaube, ich bin amtsmüde. Seufz.

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  4. Zum Kotzen! Obwohl ich für einen Kulturjob in der Art qualifiziert bin, wechsel n immer wieder die Grundvorraussetzungen in den Jobcentern oder Förderband e.V. . Das Jobcenter behauptet ich bin nicht arbeitlos genung, da ich im Letzen Jahr ein paar Monate einen geringfügigen Job unter 200Euro im Monat ausgeübt habe. Als Künsterlin geht das bei seit Jahren so. Natürlich!! Anderseits erfahre ich dann von Kollegen, die noch besser für den ersten Arbeitsmarkt ausgebildet sind wie ich, das Sie einen solchen Job bekommen haben. Bei Nachfragen, wie sie das geschafft haben. Na klar belogen, betrogen, die richtigen Leute, die richtigen Beziehungen! Ergebnis: Auch hier bei den Jobs auf dem dritten Arbeitsmarkt werden die Jobs unter der Hand vergeben. Teilweise werden die Anträge/Ausschreibungen mit bestimmten Vorraussetzungen nur für bestimmte Leute gestellt. Aussenstehende bewerben sich in der Hoffnung ien Chance zu haben. Pustekuchen! Mitgliedern aus Vereinen stellen Sie teilweise für sich selbst, können sich dann auf die faule Haut legen, behaupten dann aber sie würden 30- 40 Stunden die Woche arbeiten, gedeckt wird das von vielen Mitwissern. Ein schönes Prestige Projekt von den Linken?? Wer kontrolliert hier eigentlich wen? Angeblich sind die Fördervorraussetzungen jetzt noch nach oben geschraubt worden, man darf jetzt gar keine geringfügige Beschäftigung und gar keinen 1 Euro Job in den letzten 2 Jahren gemacht haben. Also komplettes Nichtstun über 2 Jahre vorweisen. Wer wird denn jetzt hier wieder bevoteiligt? Heimliche Schwarzarbeiter?! Die Ausschreibungen sind auch ein Witz. Hochschulabschlüsse, gute Ausbildungen in Kulturarbeit, PR,Management usw vorrausgesetzt. Aber wie gesagt, die sogenannten Verein schreiben die Jobs immer nur für vorbestimmte Personen aus. Das ist eine echte Sauerei. Überprüfen sie mal wie die Leute an die Jobs gekommen sind, die sie jetzt ausführen. Hier ist nichts ehrlich abgelaufen! Danke ROT – ROTER FILZ!

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    1. …ich habe mir schon gedacht, dass das Ganze eine merkwürdige Nummer/Maßnahme ist. Schon die Tatsache, dass man die „Jobangebote“ in der Datenbank erst dann abrufen kann, wenn man VORHER seinen KOMPLETTEN Satz persönlicher Daten eingetragen hat, läßt bei mir Alarmglocken schrillen. Ich wüßte gern, welche „Arbeitsgeber“ in dieser Database verzeichnet sind. Aus Mailing-Listen kenne ich bisher nur „Sparwasser HQ“; aber natürlich ist es für Vereine o.ä. sehr attraktiv – aus den von dir genannten Gründen, obwohl ich das nicht generell unterstellen würde. Gerne wüsste ich mehr über die ganze Choose, aber da hilft wohl nur: selbst registrieren und mal versuchen, einen dieser Jobs zu ergattern – und dann scheitern und darüber berichten…

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