für den lifestyle „soziologie-prof“ symptomatisch

Zwei deutsche Soziologie-Profs nähern sich im Auftrag der Bundeszentrale für politische Bildung und unter dem Deckmantel „Politik und Zeitgeschichte“  dem Arbeitsalltag von Techno-DJs. Schriftlich, wissenschaftlich und vergnüglich, denn die ihres Erachtens für den „Lifestyle Techno“ symptomatische Veranstaltung, der so genannte Rave, impliziert ein Tanz-Vergnügen… Der Abhandlung ging offensichtlich gründliche Feldforschung voraus – das klingt allerdings schon in den auf der bpb-Website veröffentlichten Auszügen unfreiwillig komisch:

Herr Professor, worum gehts denn eigentlich beim DJing?

Im Wesentlichen werden dabei Sound-Sequenzen („loops“) vom DJ am „turn table“ eingefügt in eine situative Soundkomposition – sozusagen in Akten der spontanen Neuschöpfung durch Durchmischung, Rekombination und Modifizierung der nach wie vor vorwiegend auf Vinylscheiben gepressten „tracks“. Der DJ führt dabei Tracks sozusagen zusammen, lagert sie aufeinander, schiebt sie ineinander und achtet dabei darauf, interessante bzw. technisch anspruchsvolle, verblüffende und von virtuoser Fingerfertigkeit zeugende „Übergänge“ zu schaffen.

Und wie sieht der Schreibtisch von einem DJ so aus?

Die DJ-Bühne wird dominiert vom so genannten „DJ-Pult“, einem in der Regel tischhohen Gestell mit einer ebenen Arbeitsfläche. Darauf ist, normalerweise mittig, ein Mischpult mit zahlreichen Drehknöpfen und Schiebereglern („faders“) angeordnet, mittels derer beim Mischen das Klangbild und die Lautstärke zweier Musikstücke („tracks“) angeglichen bzw. abgestimmt, das heißt klanglich gefiltert, werden kann. Links und rechts vom Mischpult befindet sich normalerweise jeweils (mindestens) ein Plattenspieler mit einem „Pitchregler“ (oder „pitcher“) zum Beschleunigen und Verlangsamen der Laufgeschwindigkeit der jeweiligen Platte.

Und was machen die Techno-DJs immer nach dem Set?

Nach der Übergabe, also nach der Beendigung seines Sets, beginnt der DJ, seine(n) Plattenkoffer einzuräumen und seine sonstigen Utensilien zusammenzusammeln. Eventuell kommuniziert oder interagiert er mit dem nach ihm auflegenden DJ, soweit sich dieser dadurch nicht (übermäßig) gestört bzw. irritiert zeigt. Vor allem aber wendet er sich typischerweise seinen um das Pult lagernden Freunden zu und erwartet nicht selten – positive – Kommentare zur Qualität seines Auftritts. Über kurz oder lang verlässt er dann – meist in Begleitung seines Freundeskreises (seiner „posse“) – die DJ-Bühne.

Danke Professor, das wollte ich schon immer wissen! Und endlich kenne ich auch die ganzen Fachbegriffe, toll!

[drauf aufmerksam geworden durch netzpolitik]

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