#bold woman: Emily McCombs

emilyDas ist ein Blog. Ich kann machen was ich will. Yippie. Was hier folgt, ist reine Liebelei. Ich stehe total auf Emily und heute stelle ich sie vor: Emily McCombs ist eine amerikanische Journalistin und Executive Editor des FrauenOnlinePortals xoJane (where women go to be their unabashed selves, and where their unabashed selves are applauded). Emily ist Anfang Dreißig und schreibt am liebsten über ihre eigenen „issues“. Sie ist recht exhibitionistisch, ihre Artikel werden immer von Selfies flankiert, oft gar nicht mal so Vorteilhaften. Entdeckt habe ich sie über die schöne Videoserie „A Woman’s Perspective on…„, in der sie in ein bis zweiminütigen Videos über Themen spricht, die Leser ihr vorgeben, hier zum Beispiel über Die Vagina.

„Why is this news?“ – Ich erinnere einen Artikel aus dem Guardian über eine Barfussläuferin, der auf facebook geteilt wurde. Die Kommentarsektion war so voll von Hass, dass es mir fast die Schuhe ausgezogen hat. Man sollte nicht vermuten, dass ein solch vermeintlich harmloser unpolitischer Erfahrungsbericht einen shitstorm produzieren könnte, zumal er nichtmal auf der Titelseite erschien, sondern in der Rubrik „Experience“, die genau dafür da ist, persönlich geprägte Geschichten aus dem Leben zu beschreiben. Der mildeste Kommentar war „why is this news?“, der härteste, wie so oft, der Ratschlag, die Barfussläuferin solle sich doch lieber mal wieder flachlegen lassen als ihren grauenvoll irrelevanten shit in die Welt zu blasen […] Das ist der Grund, warum erfolgreiche Bloggerinnen von Laurie Penny bis Gala Darling immer vehement dazu raten, nie nie nie die Kommentare zu lesen.

Emily McCombs bedient genau dieses „why is this news?“-Genre. Es sind persönliche Erfahrungsberichte ohne Analyse oder politischem Impakt. Sie schreibt über banale Alltagsphänomene, über Beauty- und Stylefragen und private Dramen. Beispiele: I fall down a lot. Oder: I’m Going to A White Party Even Though I’m Too Fat to Wear White. Oder: I have an Epic Trash Desh. Oder… Sie ist darin furchtlos und bold. Sie scheisst offensichtlich auf shitstorms oder läßt sich jedenfalls nicht davon abhalten, sich online scheiternd, verletzbar, fehlbar, bedürftig, unvorteilhaft zu zeigen. Bezeichnend ist ein Foto, auf dem sie ein „I have Issues“-Shirt trägt. Great Shirt, wäre auch was für mich. Lesenswert ist ihr Artikel über ihre Leidenschaft für beleibte Jungs: My Life as a Chubby Chaser. Da kann ich übrigens auch voll mitgehen. Wer noch mehr erfahren will: Zu dem Thema gibt es auch ein Woman’s Perspective Video von ihr.

emily2Emily und ich haben also einiges gemein und ich bewundere (und beneide vielleicht sogar?) ihren Mut und Drang zur unverblümten öffentlichen Darstellung. Daher folge ihr schon einige Jahre im Internet und das Wunderbare ist, dass ich mittlerweile das Gefühl habe, sie ziemlich gut zu kennen. Ich weiß welche Krankheiten sie hatte und wie ihre Wohnung aussieht, was ihre Lieblingsgesichtsmaske ist und welche Musik sie hört, welche Probleme aus der Vergangenheit sie immer noch beschäftigen und mit wem sie zusammen ist. Sie wäre zudem genau die Person, die ich anschreiben könnte und sagen: Hey Em, I’m a German fan of yours and just happen to be in the United States right now and would very much like to take you out for coffee“. Sie würde vermutlich JA sagen und wir hätten einen furiosen Nachmittag zusammen.

Emily auf Twitter und Instagram. Ein Porträt über Emily mit einem Interview über Feminismus hat The Women take over gemacht. Now isn’t she wonderful?

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