#absolutepleasure: Die Magie des Frank N Furter

Die Rocky Horror Picture Show ist in diesem Monat 40 Jahre alt geworden und ist damit genauso alt wie ich. Obwohl ich schon einige Bühnenproduktionen gesehen habe, habe ich immer den Film von 1975 als das Original empfunden. Er hat die stärksten und pointiertesten Figuren, allen voran Dr. Frank N Furter in der Darstellung von Tim Curry:

Wenn ich zurückdenke, habe ich als Heranwachsende in seiner Figur zum erstenmal bewusst so etwas wie erotische Anziehungskraft gespürt. Ich fand Frank N Furter unglaublich sexy und konnte gar nicht oft genug zurückspulen, um seine Sweet-Transvestite-Performance nochmal zu sehen (VHS, Baby, those were the days). Sein Strapsen-Outfit, sein übertriebenes Make-Up, seine hohen Schuhe, der laszive Hüftschwung und die Art, wie er seine Augenbrauen hochgezogen und keinen Hehl aus seinem sexuellen Appetit gemacht hat. Das alles hat mich als Jugendliche fasziniert und angemacht. Ich fand ihn eine unglaublich ausdrucksstarke und männliche Figur, voller sexueller Konnotationen und so explizit, lustvoll und furchtlos darin, sich auszudrücken. Frank N Furter hat mich elektrisiert. Ich habe ihn angehimmelt wie man eben nur als Teenie eine Filmfigur anhimmeln kann…

Frank N Furter ist ja im Film der Inbegriff für das Pansexuelle, das konnte ich damals zwar intellektuell noch nicht voll erfassen, aber sein Reiz lag für mich durchaus darin, dass er seine Lust schamlos zur Schau stellt und auslebt, mit allen. So verführt er eben nacheinander Janet und Brad, und kreiert sich in Rocky einen Sexsklaven. Selbst, als er sich am Ende geschlagen geben muss und weinend und verschmiert den Schmachtfetzen „I’m going home“ singt, fand ich ihn noch anbetungswürdig und überwältigend schön und stark. Seine sexuelle Strahlkraft wurde durch die Darstellung seiner Verletztlichkeit noch verstärkt.

Ich spüre tatsächlich heutzutage Dankbarkeit für die Rocky Horror Picture Show und ihre Macher, dass sie mir eine solch großzügige Projektsfläche gaben, in der Platz für alle möglichen sexuellen Ideen war; don’t dream it, be it. Mein hungriges Teenagerherz wurde gefüttert und beflügelt von Frank, Magenta, RiffRaff, Brad, Janet, Dr. Scott, Columbia, Rocky, Eddie, dem Narrator und der anarchomäßigen Dekadenz und dem Hedonismus des Films. Give yourself over to absolute pleasure. Das ist doch ein gutes Credo. Kürzlich habe ich ihn bewusst nochmals angeschaut, alleine zu Hause. Zum einen habe ich festgestellt, dass ich noch seeeeehr textsicher bin, zum anderen, dass ich die Rocky Horror Picture Show immer noch für einen überragenden wichtigen Film halte. Happy Birtday.

 

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