netzspuren

Aus aktuellem Anlass ein kleiner Bericht zum Thema „Netzspuren“. Kürzlich gab ich einer Person, die ich über ein bekanntes Social Networking Portal „kennengelernt“ hatte, meine Emailadresse. Nein, anders: die Person schlug vor, über einen bekannten Instant Messaging Client zu chatten, wo ich mit einer meiner privaten Emailadressen registriert bin. Und diese ist neben meinem usernamen standardmäßig sichtbar. Peng.

Ein paar Tage später hat mir dann eben jene Person im Chat fast schon stolz erzählt, welche Informationen über mich er zusammengetragen hat. Es waren nicht eben wenige und ich habe mich ziemlich erschrocken. Ich bin grundsätzlich paranoid und achte darauf, meine Netzspurenlast so gering wie möglich zu halten. Er präsentierte mir google-Suchergebnisse, die zum Teil Jahre alt waren und die ich schon vollkommen vergessen hatte. Also habe ich mich daran gemacht, diese Spuren zu löschen. Ich habe geforscht und fleißig gegoogelt und dringend-freundliche Mails an die Betreiber von Foren, Communities, Websites, Blogs etc. geschickt, jeweils mit der Bitte, meinen Eintrag so schnell wie möglich zu entfernen. Dies ist auch letztendlich in allen Fällen geschehen. Aber: Google fand mich immer noch.

Googles Cache ist naturgemäß ein träges Monster und der Googlebot ganz klar überarbeitet. Und einen Antrag auf Neuindizierung/ Entfernung von Seiten aus dem Cache kann nur ein Webmaster stellen, nachdem er zuvor entsprechende Meta-Tags in den Seitencode eingefügt hat. Ergo: war ich machtlos und musste warten. Gedauert hat es am Ende knapp drei Wochen, dann war nichts mehr sichtbar.

Grund genug für mich, in dieser Zeit mein Netzverhalten zu überdenken. Mit ein bißchen Kombinationsvermögen ließe sich zum Beispiel mein richtiger Name, der Bezirk in dem ich lebe, mein Musikgeschmack und mein damaliger sozialer Status arbeitslos problemlos aus dem Netz filtern – und das wohlgemerkt nur über das Eingeben einer Emailadresse mit Fantasienamen.

Schon klar, dass ich mich nicht künstlich aufregen muss, wenn ich doch meine chat-addy bereitwillig rausgegeben habe. Eine Umfrage im Freundeskreis ergab zudem: alle googeln alle. Ständig. Und werden fündig. Insgesamt überhaupt kein Grund zur Beunruhigung oder gar zu Argwohn. Aber mir war es eine Lehre. Nie mehr ein Eintrag mit echter Adresse…