meins ist auch so eins!

Dieses herzzerreissende (schreibt sich das mit zwei z’s, zwei r’s und zwei s’s? sieht irgendwie komisch aus…) Bild habe ich auf dem wunderbaren Zeichnungen-Blog von Marc Johns entdeckt. Er nennt ihn, den Blog, „A treasury of mildly amusing drawings (how lovely)“. How lovely indeed. Ich habe natürlich höflich um Erlaubnis gefragt, ob ich das Bild hier einbinden darf. Und er hat JA gesagt, toll! Gerne verlinke ich deshalb noch marcjohnsdotcom, da sind nämlich seine serious drawings, die so sirius aber gar nicht sind.

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ausbeutung?

Heute erhielt ich eine Mail mit einer Ausschreibung für ein Praktikum bei der Stiftung Entwicklungs-Zusammenarbeit. Hier im Detail praktikantenstelle_sez_stuttgart.

Dann kam eine weitere Mail von diesem Verteiler:

Liebe Mitglieder, auf diese Anzeige muß ich jetzt einfach mal einen Kommentar abgeben. FAIR HANDELN steht da ganz oben auf dem Papier. Und dann: Vollzeitarbeit, 40-Stunden-Woche, mindestens 6-9 Monate – und dafür gibt’s ganze – 400 € monatlich!!! und man darf sich noch freuen, denn normalerweise gibt’s für ein Praktikum – gar nichts! So viel zum Thema FAIR HANDELN … sagt eine betrübte Weltladen-Mitarbeiterin.

Und noch eine Mail:

… da möchte ich mich doch gleich einklinken, da ich mich vor kurzem ueber ein aehnliches Angebot des BMZ-Programms „weltwaerts“ geaergert habe: anspruchsvoller Koordinationsjob, sehr hohe Qualifikationsanforderungen, 12 Monate Vollzeit und 60 € monatlich (s.u.)!!! Dass solch ein Angebot aufgrund des Arbeitsplatzmangels (gerade im EZ-Bereich) ueberhaupt moeglich ist ist schon ziemlich erschreckend … sagt ein betrübter Promovent und angehender EZ-Mitarbeiter (oder -Praktikant?).

arbeit nervt

Heute ist Montag, und auch für mich hat die offizielle Arbeitswoche wieder begonnen. Wenn auch nur als Praktikantin, als letztes Glied in der Kette, als Auffangbecken für Mehrarbeiten und jegliche Art von Launen, als Dienstleisterin namens Allzeit-bereit, als Multitaskerin und flexibilisierte Prekariatin. Da kam mir heute nur ein Gedanke in Sinn: Arbeit nervt! Aber wie es ja manchmal so ist: Glück im Unglück! Eine Kollegin lieferte mir genau im richtigen Augenblick genau den richtigen Song vom ganz frischen Deichkind-Album ARBEIT NERVT. Ziemlich gut zum zwischenzeitlichen Abreagieren. Und Könnte glatt zum Ohrwurm werden…

Deichkind – „Arbeit Nervt“
Album: „Arbeit Nervt“ (2008)


Priester, Putzfrauen, Pizzabäcker, Proktologen
Wollen lieber popeln, pöpeln, prügeln, pogen
Lehrer, Kellner, Gärtner, Bänker, Broker, Richter
Sehnen sich nach Druckbetankung durch den Trichter

Seelenklempner, Viehbefruchter, Astronauten
Würden gern im Weltraum schunkeln,
schwofen, saufen
Profikicker, Paparazzi, Taxifahrer
Ehrgeiz ist die letzte Zuflucht der Versagers

Arbeit nervt YeahYeahYeahYeahYeahYeah……
Geht da mal lieber hin für mich!

Trucker, Butler, Schlachter, Schaffner, Politessen
Wollen gammeln feiern, flirten, fummeln, fressen
Fettabsauger, Spargelstecher, Professoren
Träumen auch von FKK in Rockstar-Posen

Kopfgeldjäger, Reiseleiter, Gleisarbeiter
Schreien, rüsselnd, rülpsend,
rotzen, rammeln, reiern
Orthopäden, Boygoupsänger Zeitsoldaten
Rohr verlegen, Kreuzworträtseln Feierabend

Frühaufstehen ist doch mehr was für dich

Arbeit nervt! Arbeit nervt!
Arbeit nervt YeahYeahYeahYeah….

Mein Konto gibt kein Cent mehr her
Er ist pleite, so scheiße pleite
Mein Kühlschrank ist komplett entleert
Er ist pleite, so richtig pleite
Doch das mach mir nichts aus
Er ist pleite, völlig pleite
Denn gleich läuft Sonja Kraus

Arbeit nervt YeahYeahYeahYeah….
Arbeit nervt! Arbeit nervt! Arbeit nervt!

[linz] symposium freiheit & prekariat

Für Frauen: Ende November findet in Linz ein Vernetzungstag mit anschließendem Symposium zum Thema Freiheit & Prekarität statt. Anmeldung bis 17. November – und in begrenztem Umfang stehen sogar Reisekostenzuschüsse für die Anfahrt zur Verfügung.

Vernetzungstreffen & Symposium, 21.-22. Nov. 2008 in Linz

Die Prekarisierung von Arbeit und Leben nimmt zu. Materielle Verarmung, Vereinzelung und Spaltung der Gesellschaft sind (absehbare) Folgen dieser Entwicklung und machen eine Vernetzung von Initiativen und Handlungsansätzen notwendig. Die zweitägige Veranstaltung Freiheit und Prekarität will Forum sein und Raum bieten für Reflexionen und Strategien zwischen Ökonomie, Gesellschaftspolitik und Philosophie, für Diskussionen, für Ergebnis und Nachhaltigkeit, für Praxis und Erfahrung. Ziel ist ein wissenschaftlicher, künstlerischer, kultureller, zivilgesellschaftlicher, politischer und in jedem Fall feministischer Austausch zwischen AkteurInnen, Berufsgruppen und Regionen, um auf dieser Basis handlungsorientierte Konsequenzen ziehen zu können.

„[linz] symposium freiheit & prekariat“ weiterlesen

der sound von berlin

Für alle, die sich besonders für die elekronische Musikszene Berlins interessieren: Ingo Bader hat zusammen mit Albert Scharenberg das Buch Der Sound der Stadt- Musikindustrie und Subkultur in Berlin herausgebracht.

Dieser Band untersucht den Aufstieg Berlins zu einem Knotenpunkt im globalen Städtenetzwerk musikalischer Produktion …Indem sie sowohl Wissenschaftlerinnen als auch Akteure der Club- und Musikszene zu Wort kommen lassen, gelingt den Herausgebern eine lebendige Diskussion zwischen Theorie und Praxis.

Scharenberg/Bader, Der Sound der Stadt, 203 S., Verlag Westfälisches Dampfboot

let’s make money

Genau passend zur aktuellen Finanzkrise läuft Erwin Wagenhofers neuer Dokumentarfilm let’s make money am 31. Oktober in den deutschen Kinos an. Und wieder konfrontiert Wagenhofer das Kinopublikum mit einem globalsierungskritischen Werk (sein letzter Film: we feed the world). Let’s make money ist ein Film, der dem globalen Fluss des Geldes folgt und somit auch das internationale Bankengeschäft erklärt. Ein Film für VWL-Interessierte und Kritiker des global bestehenden Finanzsystems (mitunter auch bekannt als Raubtierkapitalismus und die Vertreter als Heuschrecken). Ist es doch gerade kollabiert, und die Kluft zwischen Arm und Reich wird noch größer.  Wie hängen all diese Dinge zusammen? Mit Sicherheit ein aufschlussreicher und sehenswerter Film- ich bin jedenfalls schon ganz gespannt.