nichts zu verbergen, nichts zu befürchten

IT-mäandern, digitale Schwanzverlängerung und Senf: Heute beginnt in Berlin der 25. Chaos Communication Congress, auf Kapuzenpullovern, Bannern und im Volksmund auch 25C3 genannt. Das Motto der Veranstaltung lautet „nothing to hide“, Inhalte sind Datenschutz, Sicherheitsfragen, Netzpolitik, Überwachung, Netze, Werke, Hacken, Spielen, Nerds,  Geeks, Nullen und Einsen…

Als heutige Vortrags-Highlights könnten in Frage kommen: „Hacking the iPhone“ (Pwning Apple’s Mobile Internet Device), „Erich Mühsams Tagebücher aus der Festungshaft“ (Eine Idylle aus der Analogsteinzeit der Überwachung) und „Terrorist All-Stars“ (Some cases of terrorism around the world that are not terrorist at all) von Anne Roth. Sie ist die Frau des im letzten Jahr in Berlin wegen Terrorismusverdachts verhafteten Sozialwissenschaftlers Andrej Holm.

ORT: Berliner Congress Center, Alexanderstr. 11, 10178 Berlin

ZEIT: 27. – 30. 12.2008, rund um die Uhr

EINTRITT: 35 Euro für Hartz-IV-Empfänger/innen mit Nachweis (nothing to hide, klar), sonst 80; Tagestickets 10/30 Euro

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geködert, geklickt, gezockt

Den reißerischen Titel habe ich bei Netzwelt geklaut. Aus aktuellem Anlass poste ich heute einen persönlichen Erfahrungsbericht mit sogenannten „Abzocker-Seiten„. Irgendwann in meinem letzten Leben war ich auf der Suche nach einem Filesharing-Client. Weil ich mich damals nicht auskannte mit P2P und BitTorrent, rief ich in den Wald, und es schallte Limewire heraus.

//Exkurs: Limewire ist ein plattformunabhängiger Filesharing-Client bzw. ein Dateifreigabeprogramm zum Zwecke des Datentauschs. Limewire ist in Java geschrieben und basiert auf dem (peer-to-peer) Gnutella-Netzwerk. Es ist sehr einfach und intuitiv zu bedienen, sehr schnell und sieht sehr hübsch aus, deshalb ist es für Anfänger/innen besonders geeignet. Ende//

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bar25: zwischennutzung verlängert

Glückwunsch, Bar25, zur Verlängerung des Zwischennutzungsvertrags.

Die Bar-Betreiber haben sich mit Vermieter BSR am Freitag vor dem Landgericht geeinigt: die von der BSR ausgesprochene Kündigung zum 31. Oktober 2008 ist vom Tisch, im Gegenzug räumt die Barcrew zum 31. August 2009 freiwillig das Grundstück an der Holzmarktstraße.

Und gleich noch ein Hinweis auf eine Veranstaltung: morgen Abend findet eine Podiums- und Publikumsdiskussion zum Thema „Was kommt nach Mediaspree?“ statt.

> 19 Uhr, Kato, Schlesisches Tor


[3sat] frauen an die macht

Am morgigen Sonntag bringt 3sat den Thementag FRAUEN AN DIE MACHT. Der Ankündigungstext ist zwar lahm geschrieben und fehlerhaft (was ist los, 3sat – benötigt ihr vielleicht noch eine Online-Redakteurin? – call me…), aber das Programm ist vielschichtig und interessant  (leider nicht direkt zu verlinken – auf der 3sat-Startseite ist der Link rechts zwischen Adventskalender und Umfrage zu finden).

Frauen sind heute in fast allen Berufsgruppen präsent. Frauen treffen als Politikerinnen und in den Chef-Etagen großer Konzerne Entscheidungen. Sie dringen in alle Bereiche der Gesellschaft vor und verändern diese Gesellschaft. Sind damit alle Ziele erreicht? Haben es die Frauen „geschafft“? Oder liegt noch ein weiter Weg vor ihnen, wenn es um wirkliche Gleichberechtigung in allen Lebensbereichen geht?

In Deutschland liegt der durchschnittliche Stundenlohn von Frauen um rund 22 Prozent unter dem der Männer. Damit gehört Deutschland zu den Staaten mit der größten Ungleichheit bei der Bezahlung von Männern und Frauen, wie in diesem Jahr der EU-Sozialkommissar Vladimir Spidla in einem Welt-Interview sagte (die Kommentare zum Artikel sind, ähem, aufschlussreich). Grund genug, zuzuschalten.

re.act.feminism

Passend zu den new-feminism-parties am Abend eröffnet heute ebenfalls die Ausstellung re.act.feminism in der Akademie der Künste.

Die sich seit den 1960er und 70er Jahren entwickelnde Performancekunst war von Ideen einer gesellschaftlichen Emanzipation durchdrungen und wesentlich von Künstlerinnen geprägt, die dem Feminismus nahestanden. Performancekunst suchte die Verschränkung von Kunst und Leben, von privat und öffentlich. Sie bot ein ideales Medium, um Zuschreibungen von (weiblicher) Identität aufzudecken oder zu unterlaufen und um sich als handelnde Subjekte neu zu erfinden.  re.act.feminism nimmt eine exemplarische Bestandsaufnahme dieser genderkritischen Performancekunst vor und fragt nach ihrem Widerhall in aktuellen künstlerischen Produktionen.

Bis zum 8. Februar 2009 am Hanseatenweg 10, 10557 Berlin.
Geöffnet dienstags bis sonntags 11-20 Uhr.
Eintritt 5/3 €. Am 1. Sonntag im Monat Eintritt frei.

tender to all gender

Schöner Titel. Es ist der Untertitel des queeren Magazins HUGS AND KISSES aus Hamburg, welches heute Abend im West Germany seinen/ihren 3. Release feiert.

Und damit das nicht mit der MISSY-Release-Party im Festsaal Kreuzberg kollidiert, haben die Veranstalterinnen kurzum ein Kombi-Ticket entwickelt. Die Missy-Party gibt es mit Hugs-Stempel für 6 statt 8 Euro, und die Hugs-Party gibts mit Missy-Stempel einen Euro billiger plus Heft dazu.

Zu erwähnen ist noch, dass die Missy-Party in Kooperation mit ://about_blank stattfindet und die Hugs-Party mit milkshake. Und bevor es kracht, gibt es im Festsaal um 21 Uhr eine Podiumsdiskussion über Feminismus und Future.

Groove is in the heart und am Kotti tonite…

ixquick: eine ganz private suchmaschine

Für diejenigen, die Ixquick noch nicht kennen: laut Aussage der Anbieter handelt es sich dabei um die leistungsstärkste Suchmaschine der Welt. Und das angeblich ganz sicher bzw. privat. Daten werden also nicht gespeichert.  IP-Adressen werden z.B. nach 48 Stunden gelöscht im Gegensatz zur Praxis von Google. Zudem ist sie die einzig offiziel nach EU-Datenschutzrecht geprüfte und zertifizierte Suchmaschine. Auch der Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung empfiehlt sie. Wer also Angst hat, Spuren im Netz zu hinterlassen, sollte vielleicht auf Ixquick umsteigen. Mir jedenfalls gefällt sie sehr gut.

weitersagen: bar25 unterstützen

Mediaspree: Investorenhüsteln oder Brachflächenfetisch? Es ist soweit:  der umkämpfte Feier-Hotspot mit Spreeblick namens  B A R 2 5 soll bis Jahresende abgebaut und das Gelände der BSR „besenrein“ übergeben werden.  Zwischennutzung ade? Totgesagte leben ja bekanntlich länger – und die Bar wehrt sich. Sie ist zu diesem Zwecke auf Unterstützung von Freunden (und Feinden – und denjenigen, die noch beleidigt sind, weil sie mal nicht reingekommen sind) angewiesen. Das geht so: Website aufrufen (s.o.), die beiden verlinkten PDFs (Anschreiben und offener Brief) ausdrucken, unterschreiben und an die angegebene Adresse schicken oder faxen.

> zur Online-Petition

> taz-Interview mit den Bar25ern C. Klenzendorf & J. Dieziger

> Kommentar von De:Bug

> Mediaspree: PRO und KONTRA

mann und frau

In dem Wohnzimmer würde man ein Sofa erwarten. Es gibt aber nur zwei Stühle. Stühle, die Liegestühlen ähneln und die nebeneinander, allerdings nicht direkt nebeneinander, im Raum stehen, und zusammen mit dem Fernseher an der Wandseite ein spitzwinkliges Dreieck bilden, ähnlich einem Tortenstück. Ich war immer schlecht in Mathe, aber Dreiecke mochte ich, den Satz des Pythagoras kann ich heute noch. Auf meinem Taschenrechner war ein Aufkleber, auf dem stand „es lauert in dir und sucht seine Chance“. Vielleicht stimmte das sogar.

Ein Dreieck. Der ganze Raum ist auf den Fernseher ausgerichtet, wenn der Fernseher nicht da wäre, könnte man denken, es handele sich um eine unökonomische eigenwillige Raumaufteilung, mit den beiden Stühlen in der Zimmermitte, die weder einander noch dem Fenster zugerichtet sind. Aber mit dem Fernseher macht das Sinn. Zwischen den Stühlen steht ein Beistelltischchen, vor ihnen stehen Hocker mit Kissen drauf.

Der Fernseher läuft. Auf dem Beistelltischchen steht eine leere und eine volle Flasche Wein. Es ist spät. Die Frau sieht müde aus, sie sinkt langsam tiefer in den Stuhl, dreht den Kopf leicht zur Seite, ihr fallen die Augen zu. Der Mann bemerkt es und stellt den Fernseher lauter. Die Frau schreckt hoch und setzt sich wieder aufrecht hin. Sie strengt sich an, unbeteiligt auszusehen. Der Mann trinkt seinen Wein aus, schenkt nach und stellt den Fernseher wieder leiser.

Eine Talkrunde. Der Mann trinkt sein Glas Wein aus und schenkt nach. Der Frau fallen erneut die Augen zu, doch sie hat ihren Kopf ganz zur Seite gedreht, so dass der Mann ihr Gesicht nicht sehen kann. Der Mann kommentiert einen Redner aus der Talkrunde mit einer kurzen abfälligen Bemerkung. Als keine Reaktion von der Frau kommt, schaltet er ohne sie anzusehen zügig durch die Programme, bis er zu einem Actionfilm gelangt, der grade einen aufwändigen Schusswechsel zeigt. Das Getöse weckt die Frau auf. Sie sagt: ich wollte die Talkshow sehen. Er sagt: du schläfst doch sowieso. Er spricht laut, unerträglich laut. Sie sagt: ich schlafe nicht.