S C H I M Ä R E

#Urlaub. Wie viele Urlaubstage braucht man eigentlich? — Juni 30, 2015

#Urlaub. Wie viele Urlaubstage braucht man eigentlich?

Als ich Angestellte war, fand ich, dass ich zu wenig Urlaubstage habe. Ich hatte 28, was normal bis viel ist. 20/24 Tage sind das gesetzliche Minimum, in Tarifverträgen TVöD/T-VL kriegt man oft sogar 30 Tage:

Nach §3 I BUrlG steht jedem Arbeitnehmer auf Basis einer Sechs-Tage-Woche ein gesetzlicher Mindesturlaubsanspruch von 24 Tagen zu. Für eine fünftägige Arbeitswoche gilt dementsprechend ein geregelter Urlaubsanspruch von mindestens 20 Tagen.

Aber was wäre für work-life-balance, für die persönliche Bedürfnislage angemessen, toll, wünschenswert? Mit 30 Tagen kann man schon was machen, gibts aber fast nur im Öffentlichen Dienst. Ich habe, auf Basis einer 5-Tage-Woche, immer diese Urlaubstag-Wunschrechnung angestellt:

  • 1x pro Quartal eine Woche = 20
  • in einem Quartal zusätzlich zwei Wochen für einen langen Urlaub = 10
  • frei am eigenen Geburtstag sowie an einem Geburtstag meiner Wahl = 2
  • Brückentage bei bundesw. Feiertagen (1. Mai, Christi H., Tag d. dt. Einh.) = 3
  • Freies Kontingent für Überraschungen, Spontanes, lange Wochenenden usw. = 5
  • SUMME: 40 Tage

Mit 40 Urlaubstagen im Jahr wärs wirklich gut auszuhalten. Oké, der letzte Punkt ist schwärmerisch, den könnte ich mir notfalls verkneifen. Sagen wir also: 35 Urlaubstage. Fänd ich gar nicht mal so crazy. Lauter entspannte glückliche Arbeitnehmer/innen hätten die Arbeitergeber/innen dann. Ich träum jetzt mal weiter…

herzhaus

#I heart Berlin. Dinge, die eigentlich nicht passieren — Juni 28, 2015

#I heart Berlin. Dinge, die eigentlich nicht passieren

Woah. Ich glaube wieder an das Gute im Menschen. Es ist Sonntag Nachmittag, die Sonne scheint, ich höre ersatzhalber den Prefusion Vorfreude Mix vom letzten Jahr, als es an der Tür klingelt. Ich mache auf, hoch kommen ein Mann und eine Frau und übergeben mir zwei Briefe meiner Bank: meine neue EC-Karte und (!) die zugehörige PIN.  […] WTF?!?

britney

Kürzlich hatte ich meine alte Karte in einem Fahrkartenautomaten steckenlassen und musste deshalb eine neue bestellen. Ich wunderte mich die Tage schon, dass sie nicht kommt, aber es gibt ja immer noch streikbedingte Lieferverzögerungen. Morgen hätte ich wohl mal in der Fililale nachgehakt. Kurzum: die Beiden hätten mein Konto leerräumen können. Karte rein, PIN eingeben und die maximale Bargeldsumme-pro-Tag einfach aus dem Automaten rausholen. Wer haftet eigentlich in einem solchen Fall? Wahrscheinlich niemand und ich wäre die Angearschte gewesen. britney4Den Riesenhaufen Scherereien rund um Anzeige und Versicherungen will ich mir gar nicht vorstellen.

Es verhält sich nämlich so: die Beiden haben den gleichen Nachnamen wie ich und dieselbe Hausnummer und dieselbe Postleitzahl. Er hat auch noch die gleiche Vornameninitiale. Unsere Adressen unterscheiden sich also nur durch Vornamen und Strassennamen voneinander. Das ist für die Post meist einfach zu abgefahren. So kriege ich (selten, aber regelmäßig) deren Post und sie meine. Unbehagen.

britney2

Zum Glück sind die beiden im Netz zu finden und haben eine Website in dessen Impressum ihre Postadresse (zur Verifizierung) und eine Emailadresse (zur Kontaktaufnahme) steht. Und zum Glück zum Glück zum Glück sind die Beiden so drauf, dass sie halt mal einen Sonntagsspaziergang machen, um mir meine Bankpost zu bringen. Eben an der Tür war ich vorwiegend perplex und habe außer einer Reihe von Phrasen wie ‘oh danke’, ‘krass, dankeschön’, ‘wow, unglaublich, vielen Dank’ nicht viel rausgekommen. Aber ich weiß ja wo die Beiden wohnen und werde wohl die Tage mit einem Präsent vorbeischauen.

britney3

#let love rule | all men are created equal | equal justice under law | aus aktuellem anlass: — Juni 27, 2015
#yippie. Das neue Jungsheft ist da — Juni 26, 2015

#yippie. Das neue Jungsheft ist da

19. Ausgabe. Ab 18 Jahren. 6 Euro. Das neue Jungsheft. MIT NACKTEN KERLEN. Darum gehts:

Das Jungsheft ist ein im Selbstverlag erscheinendes Pornoheft für Mädchen. Porno deshalb, weil wir es nach dt. Gesetz so deklarieren müssen. Gegründet 2005 in Köln von Elke Kuhlen & Nicole Rüdiger. Zunächst hieß es “Lecker”, dann “Glück”, jetzt “Jungsheft”.

jungsheftIch finde das Jungsheft super. Seit letztem Jahr habe ich ein Abo, das bieten sie noch nicht so lange an, weil die Ausgaben, ich sach ma: unterschiedlich regelmäßig erscheinen. Zumindest in Deutschland ist es das Einzige seiner Art. Und das schon seit «zehn» Jahren. Ein intelligent gemachtes Magazin mit guten Themen, Kunst, Kultur, Schnickschnack UND nackten Jungs. Ein klassisches Pornoheft ist es nicht, dazu ist es zu inhaltlich und es gibt keine expliziten Sexposen (wohl aber Latten oder halbe Latten), aber das ist grade das Gute daran.

Meine Lieblingsrubrik ist ‘Jungs erklären’, diesmal ‘Mit wem würdest Du gerne schlafen und warum?’. schlafen

Auch flott: ‘Dicktricks’, pro Heft eine Figur zum Nachfalten am Mann. Im Vorwort dieser Ausgabe heißt es, dass das Heft beinahe nicht erscheinen konnte, weil so viele Jungs “wortwörtlich den Schwanz eingezogen haben”. Aus zwar diesen Gründen: Freundin, Mutti, Karriere, Figur. Also ich persönlich wäre supermegastolz wenn mein Freund im Jungsheft wär. Ob er es machen würde? Am ehesten wohl als Wetteinsatz in einer Männerwette. ‘Männer Exposed’ ist immer ein heißes Eisen. Dazu schrieb Margarete Stokowski neulich in der taz.

Randnotiz: zum facepalm taugt wohl auch die Tatsache, dass das neue Buch von E L James, aus der männlichen Perspektive geschrieben, “Grey” heißt. Die Frau wird in den Bann gezogen von “50 Shades of Grey”, der Mann ist einfach “Grey”. Beide gucken auf den Mann. Na klar! ‘Touch of Steele’ wäre doch auch ein fescher Titel gewesen. Ein schneller Test: Ich gebe in meine Browseradresszeile ein: nacktejungs.tumblr.com. Ergebnis: “Hier ist nichts. Das, wonach du gesucht hast, ist momentan nicht unter dieser Adresse zu finden.” URL nicht vergeben. Dann gebe ich ein: nacktemaedchen.tumblr.com. Ergebnis: Naja, seht selbst.

Ah so: Jungsheft sind auch auf Instagram, mit sehr hübschen Bildern.

#cheap thrills: Online-Dating — Juni 25, 2015

#cheap thrills: Online-Dating

Heute mal ein richtiger Text: Vor ein paar Tagen erschien auf Telepolis ein erhellender wenn auch theorielastiger Artikel mit Titel “Eros und Information“. Darin interviewt Journalist Reinhard Jellen den Kulturtheoretiker Georg Seeßlen zum Thema Internetdating. Auslöser ist das jüngst publizierte Werk Seeßlens Die Liebe in den Zeiten der CholeraDigitales Dating – Liebe und Sex in Zeiten des Internets“. Enthüllung: Entdeckt habe ich das Ganze übrigens im Profil meines Lieblingsusers auf OkCupid. Wäre jetzt interessant zu wissen, wieviel persönliche Erfahrung der Herr Seeßlen mit seinen 67 Jahren diesbezüglich einbringen kann. Dazu sagt er leider nichts. Aber es geht ihm auch eher um die Analyse der gesellschaftliches Auswirkungen. Es ist ein langes Interview und er sagt ein paar ganz gute Sachen. Schauen wir mal rein:

Der scheinbar große Vorteil eines Internet-Dating, dass man nämlich die Tiefe der Ernsthaftigkeit bei Suche und Informationstausch selbst bestimmen kann und sich lange in einem Raum von unverbindlichem Spiel aufhält, ist zugleich der große Nachteil. Da man nie weiß, wie ernst es dem anderen ist, wie camoufliert er ist, ja sogar, ob es zu den Informationen, die man erhält überhaupt einen realen Menschen gibt, oder ob es sich sogar um einen Fallensteller oder Psychopathen handelt (die populäre Kultur hat da längst ein neues Thriller-Thema gefunden), erzeugt jedes Begehren zugleich das Misstrauen als Geschwister.

Vertrauen, wenn es überhaupt existiert, wird allenfalls der Filtermaschine entgegengebracht, die man bezahlt, so oder so (durch Geld, durch Informationen, durch die Empfangsbereitschaft für wiederum so oder so bezahlte Botschaften). Das Schreckliche also besteht in dem ungeheuerlichen Irrglauben, dass ich einem anderen Menschen durch Information näher komme, dass eine Beziehung gut oder schlecht verläuft aufgrund wechselseitiger (und nicht zuletzt im Außen vermittelter) Informationen, und dass alles, was schief läuft, auf der Basis dieser Informationen schief läuft.

Da kann ich erstmal zustimmen. Es läuft ja so ab: eine Plattform wie okc stellt einen riesigen Weiterlesen

#hitlerkatzendiätpornofussballhitler: wie Georg Seeßlen einmal viele Klicks erhielt — Juni 24, 2015
#all you need is love | schokolakritz —

#all you need is love | schokolakritz

Ich liebe die Kombination von Schokolade und Lakritze. Ich habe mich bereits mit einem entsprechenden Entwicklungsgesuch an einen der führenden deutschen Schokoladen-Hersteller gewendet. Mein Vorschlag zur Sortimentserweiterung wurde zwar negativ, aber freundlich und überaus ausführlich beantwortet, sogar mit Angabe von Gründen. Nun erhielt ich heute überraschend dies: ein Paket mit Schoki-Lakritze-Variation aus einem Land, in dem die Schokofabrikanten wissen, was gut ist. Auf den Weg gebracht von einer Freundin, die grade die Welt bereist und andernorts Zugriff hat. Ich bin von den Socken. Sensationell. ♥Heart-Eyed-Emoji♥ Wenn Du das ließt, meine kühne Weltengondlerin: dAnKEsChÖn!

draumur

#schlafen kann ich wenn ich tot bin — Juni 23, 2015

#schlafen kann ich wenn ich tot bin

Fassbinder Jetzt im Gropiusbau. Erstaunlichste Erkenntnis des Ausstellungsbesuchs: meine Eltern sind in der Lage, jeden der im Kinoraum der Ausstellung gezeigten ca. fünfminütigen Fassbinder-Filmausschnitte sofort zu erkennen und den Film zu benennen. Ich bin beeindruckt. Die Ausstellung hat genau die richtige Größe. Nicht zuviel Zeug, nicht zu viele Räume, nicht zuviel intellektuelle Ambition. Das Ganze findet im 2. OG des Gropiusbaus statt. fassbinderFür 9€ ist man dabei. Es ist Montag Nachmittag und es ist angenehm leer, das Publikum international.

Das Plakat ist schön gemacht, das Foto darauf trifft RWF ganz gut. Mit Kippe im Schnubbimund und im kurzärmeligen Karohemd schön mit rauslukender Wampe irgendwo zwischen Sexiness und Verwahrlosung. Gibts für 5 Schleifen im Museumsshop. Meine Mutter hat sich eins gekauft. Find ick jut.

Mein Highlight ist der Raum mit den Kostümen. Da stehen Originalroben der Weiterlesen

#bold woman: Emily McCombs — Juni 22, 2015

#bold woman: Emily McCombs

emilyDas ist ein Blog. Ich kann machen was ich will. Yippie. Was hier folgt, ist reine Liebelei. Ich stehe total auf Emily und heute stelle ich sie vor: Emily McCombs ist eine amerikanische Journalistin und Executive Editor des FrauenOnlinePortals xoJane (where women go to be their unabashed selves, and where their unabashed selves are applauded). Emily ist Anfang Dreißig und schreibt am liebsten über ihre eigenen “issues”. Sie ist recht exhibitionistisch, ihre Artikel werden immer von Selfies flankiert, oft gar nicht mal so Vorteilhaften. Entdeckt habe ich sie über die schöne Videoserie “A Woman’s Perspective on…“, in der sie in ein bis zweiminütigen Videos über Themen spricht, die Leser ihr vorgeben, hier zum Beispiel über Die Vagina.

“Why is this news?” – Ich erinnere einen Weiterlesen

#fock you | i’m focked. Wie wars bei den Sleaford Mods? — Juni 20, 2015

#fock you | i’m focked. Wie wars bei den Sleaford Mods?

Mods & Winson bei flux.fm. Foto: Sophie Euler

Harbinger Sound @ SO36. Drei Bands bestreiten den Abend: Circuit Breaker, Sudden Infant und Sleaford Mods. Das Publikum ist ungewöhnlich, äh, alt. Es gibt kaum Personen unter 30; männerlastig insgesamt, die meisten zumindest ange-punk-t, so einige Brits sind da. Könnte auch die Killing Joke Crowd sein. Das Konzert ist schon lange ausverkauft, es ist voll. Seit dem letzten Berlin-Konzert im beiRuth hat die Band an Bekanntheit gewonnen.

Kurz zu den beiden supporting acts: Weiterlesen

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