S C H I M Ä R E

#bold woman: I heart Martina Bönisch (tatort-Team Dortmund) — Juli 16, 2015

#bold woman: I heart Martina Bönisch (tatort-Team Dortmund)

Sie ist die beste Frauenfigur im deutschen Fernsehen, zumindest wenn es nach mir geht: Martina Bönisch aus dem Dortmunder tatort-Team. Während sich alle Augen beim Antritt des vierköpfigen Ermittlerteams auf den grobschlächtigen Querkopf Faber (“Mettbrötchen und Kaffee. Da redet jeder.”) richteten, habe ich mein Herz sofort an seine Kollegin verloren. Hier ist sie:

Tatort -  Dreh im " Polizeipräsidium " in Köln / Film /  [Foto: Dieter Menne Datum: 06.08.2013]
Anna Schudt als Martina Bönisch. Das tolle Foto ist von Dieter Menne.
Martina Bönisch ist Mutter von zwei Söhnen im Teenageralter. Ihr Mann ist arbeitslos, sie verdient das Familieneinkommen. Die Ehe läuft schleppend. Sie ist latent gestresst weil ihr Telefon oft klingelt und ihr Privatleben nach Aufmerksamkeit verlangt. Im Job ist sie emphatisch, analytisch, pragmatisch und gut organisiert. Sie ist Fabers unerschrockene Sparringspartnerin, wenn sich die beiden im performativen Dialog in Tathergänge einfühlen. Bei den tatort-Fans heißt es ürigens, sie habe das Angebot, die Leitung der Kommission zu übernehmen ausgeschlagen und der Job sei dann an Faber gegangen. Im tatort-Blog wird dagegen behauptet, sie bekommt mit Faber einen neuen Chef vor die Nase gesetzt anstatt selbst zur Leiterin befördert zu werden. Erzählt wurde dies meines Erachtens aber bisher nicht. Martina Bönisch hält im Büro nicht mit ihrer schlechten Laune hinterm Berg und haut schonmal auf den Tisch oder brüllt die Kollegen an, um für Ruhe zu sorgen oder sich abzureagieren. Schillerndster Fakt: sie shoppt sich ab und an einen Callboy. Stark. I am in love! Gleich noch ein Foto!

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Ich mochte schon Conny Mey (Nina Kunzendorf) aus Frankfurt sehr, ihre eigenwillige Mischung aus Idealismus (“Glaubst Du an Gott?” – “Voll!”), Ehrgeiz und Intelligenz; in ihren Ermittlungsmethoden war sie schlau und erfinderisch und im krassen Kontrast dazu stand ihre Vorliebe für nuttige Outfits. Schade, dass sie und Frank Steier alias Joachim Król nicht mehr dabei sind. Wobei die neue Hauptkommissarin Anna Janneke, gespielt von Margarita Broich, auch ganz gut eingestiegen ist. Und wo wir schonmal dabei sind: bei Bibi Fellner (dargeboten von Adele Neuhauser) aus Wien geht mir auch das Herz auf. Unterschwellig sprittig und als Person hochmelancholisch, als Kommissarin hingegen kühn und furchtlos, und eine saugute Freundin ist sie auch noch. Ja, die Bibi kommt auf Platz 2. Dagegen ist mir die vermeintlich coolste Ermittlerin von allen, Kommissarin Sarah Brandt (Sibel Kekilli) aus Kiel, zu strebermäßig. Quasi-Hackerin und Epileptikerin, immer ein bißchen zu verschmitzt und, äh, tough – ich habe ich den Eindruck, ihre Figur ist schlichtweg Stieg Larssons ‘Lisbeth Salander’ nachempfunden. Berührt mich einfach nicht so. Martina Bönisch hingegen berührt mich voll. Ich finde mich gradezu in ihrer Figur wieder, vielleicht wegen der Callboys? Wer wünscht sich nicht, mal den Arsch in der Hose zu haben um sich einen Callboy zu bestellen… Ich hoffe, sie bleibt uns lage erhalten. Darauf noch ein Foto!

martina

Ich bin gespannt auf das neue Frauenteam aus Dresden. Die Zeit ist längst reif. Bei den vielen Männerteams (Köln, München, Stuttgart, Münster und Hamburg, ich rechne ohne Sidekicks) hab ich schon öfters mit einem Frauenermittlerduo geliebäugelt, etwa Sunnyi Melles und Hannelore Elsner, die sich einen Lakaien, etwa Tom Schilling, ranzüchten. Und siehe: nun geht der MDR mit einem weiblichen Dreigespann an den Start. En garde. Hoffen wir, dass sich die Macher jegliche Charlie’s Angels Referenzen verkneifen.

#sicher net: BRAUNSCHLAG (Serie) — Juli 14, 2015

#sicher net: BRAUNSCHLAG (Serie)

Hach. Überangebot auf allen Kanälen, was soll man denn gucken in Zeiten der Serienreizüberflutung? Grade: Ab in die Untiefen der österreichischen Seele. Die großartige Miniserie Braunschlag erzählt in acht Episoden von den Vorgängen im kleinen Luftkurort Braunschlag, gelegen in Niederösterreich an der tschechischen Grenze. Die Gemeinde ist pleite und perspektivlos, bis Bürgermeister Gerry Tschach eines Tages auf die Idee kommt, eine Marienerscheinung vorzutäuschen, um Touristen und Pilger anzulocken. Er setzt dies gemeinsam mit seinem besten Freund Richard Pfeisinger, Betreiber der örtlichen Discothek ‘Lametta’, flugs in die Tat um und der fromme Plan geht zunächst auf. Braunschlag schafft es in die nationalen Nachrichten und Busreisegruppen fallen ein um das Wunder von Braunschlag in Augenschein zu nehmen. So weit, so gut. Als zeitnah dann ein echtes Wunder geschieht und Braunschlags greiser Krösus durch das Auflegen zweier Meerschweinchen wieder vom Totenbett aufersteht, riecht der Vatikan Lunte. Zusätzlich schaltet sich St. Pölten ein, und die Einwohner Braunschlags wittern ihre Chance. Gier! Alle wollen ein Stück vom Kuchen, und die hinterfotzige Kautzigkeit der Einwohner gepaart mit den verdorbenen Dorfstrukturen tun ihr Übriges, um den einst so schön ersonnenen Masterplan zu torpedieren. Das Unheil nimmt seinen Lauf. Aberwitzig. Bigott. Rustikal. Abgründig. Abtrünnig. Und sehr lustig.

Als herausragend darf dabei gelten: Bürgermeisterfrau Hertas heimlicher Besuch einer Tierkostümkuschelparty wo sie als Häsin brilliert, ein vor sexueller Aufladung und Tiermetaphern strotzender Dialog zwischen dem Vatikangesandten und einer deutschen Aushilfsmagd, die spektakulär häßlichen Weiterlesen

#The opposite of addiction: Johann Hari @ TEDGlobalLondon — Juli 10, 2015

#The opposite of addiction: Johann Hari @ TEDGlobalLondon

The opposite of addiction is not sobriety.

The opposite of addiction is connection.

Der TED-talk des Tages zum Thema Sucht. Hörenswert. Den lahmen Originaltitel “Everything you think you know about addiction is wrong” hab ich in meinem Titel jedoch umbenannt. Ich bin ein großer TED-Fan. Entdeckt habe ich TED vor ein paar Jahren über einen Eintrag in einem Datingportal, in dem ein User einen Talk von Esther Perel empfohlen hatte. Ich sah mir den talk an – und wurde instantan zum Fan dieser inspirierenden, buchstäblich beflügelnden Plattform (und auch von der furiosen Esther Perel, deren Blog ich seitdem regelmäßg lese).

tedKürzlich fragte eine Freundin in die Runde, was TED eigentlich sei. Ich habe geantwortet, TED sei eine Videoplattform, auf der man kurze Videovorträge zu allen möglichen Themen abrufen könne. TEDtalks sind auf 18 Minuten beschränkt und ähneln somit Keynotes bei Kongressen, also prägnante weil kurze Präsentationen des gewählten Themas. Das Besondere an TED ist, dass alle speaker leidenschaftlich für ihr Vortragsthema empfinden und einen persönlichen, oft sogar intimen Bezug dazu haben, und Weiterlesen

#Urlaub. Wie viele Urlaubstage braucht man eigentlich? — Juni 30, 2015

#Urlaub. Wie viele Urlaubstage braucht man eigentlich?

Als ich Angestellte war, fand ich, dass ich zu wenig Urlaubstage habe. Ich hatte 28, was normal bis viel ist. 20/24 Tage sind das gesetzliche Minimum, in Tarifverträgen TVöD/T-VL kriegt man oft sogar 30 Tage:

Nach §3 I BUrlG steht jedem Arbeitnehmer auf Basis einer Sechs-Tage-Woche ein gesetzlicher Mindesturlaubsanspruch von 24 Tagen zu. Für eine fünftägige Arbeitswoche gilt dementsprechend ein geregelter Urlaubsanspruch von mindestens 20 Tagen.

Aber was wäre für work-life-balance, für die persönliche Bedürfnislage angemessen, toll, wünschenswert? Weiterlesen

#I heart Berlin. Dinge, die eigentlich nicht passieren — Juni 28, 2015

#I heart Berlin. Dinge, die eigentlich nicht passieren

Woah. Ich glaube wieder an das Gute im Menschen. Es ist Sonntag Nachmittag, die Sonne scheint, ich höre ersatzhalber den Prefusion Vorfreude Mix vom letzten Jahr, als es an der Tür klingelt. Ich mache auf, hoch kommen ein Mann und eine Frau und übergeben mir zwei Briefe meiner Bank: meine neue EC-Karte und (!) die zugehörige PIN.  […] WTF?!?

britney

Kürzlich hatte ich meine alte Karte in einem Fahrkartenautomaten steckenlassen und musste deshalb eine neue bestellen. Ich wunderte mich die Tage schon, dass sie nicht kommt, aber es gibt ja immer noch streikbedingte Lieferverzögerungen. Morgen hätte ich wohl mal in der Fililale nachgehakt. Kurzum: die Beiden hätten mein Konto leerräumen können. Weiterlesen

#let love rule | all men are created equal | equal justice under law | aus aktuellem anlass: — Juni 27, 2015
#yippie. Das neue Jungsheft ist da — Juni 26, 2015

#yippie. Das neue Jungsheft ist da

19. Ausgabe. Ab 18 Jahren. 6 Euro. Das neue Jungsheft. MIT NACKTEN KERLEN. Darum gehts:

Das Jungsheft ist ein im Selbstverlag erscheinendes Pornoheft für Mädchen. Porno deshalb, weil wir es nach dt. Gesetz so deklarieren müssen. Gegründet 2005 in Köln von Elke Kuhlen & Nicole Rüdiger. Zunächst hieß es “Lecker”, dann “Glück”, jetzt “Jungsheft”.

jungsheftIch finde das Jungsheft super. Seit letztem Jahr habe ich ein Abo, das bieten sie noch nicht so lange an, weil die Ausgaben, ich sach ma: unterschiedlich regelmäßig erscheinen. Zumindest in Deutschland ist es das Einzige seiner Art. Und das schon seit «zehn» Jahren. Ein intelligent gemachtes Magazin mit guten Themen, Kunst, Kultur, Schnickschnack UND nackten Jungs. Ein klassisches Pornoheft ist es nicht, dazu ist es zu inhaltlich und es gibt keine expliziten Sexposen (wohl aber Latten oder halbe Latten), aber das ist grade das Gute daran.

Meine Lieblingsrubrik ist Weiterlesen

#cheap thrills: Online-Dating — Juni 25, 2015

#cheap thrills: Online-Dating

Heute mal ein richtiger Text: Vor ein paar Tagen erschien auf Telepolis ein erhellender wenn auch theorielastiger Artikel mit Titel “Eros und Information“. Darin interviewt Journalist Reinhard Jellen den Kulturtheoretiker Georg Seeßlen zum Thema Internetdating. Auslöser ist das jüngst publizierte Werk Seeßlens Die Liebe in den Zeiten der CholeraDigitales Dating – Liebe und Sex in Zeiten des Internets“. Enthüllung: Entdeckt habe ich das Ganze übrigens im Profil meines Lieblingsusers auf OkCupid. Wäre jetzt interessant zu wissen, wieviel persönliche Erfahrung der Herr Seeßlen mit seinen 67 Jahren diesbezüglich einbringen kann. Dazu sagt er leider nichts. Aber es geht ihm auch eher um die Analyse der gesellschaftliches Auswirkungen. Es ist ein langes Interview und er sagt ein paar ganz gute Sachen. Schauen wir mal rein:

Der scheinbar große Vorteil eines Internet-Dating, dass man nämlich die Tiefe der Ernsthaftigkeit bei Suche und Informationstausch selbst bestimmen kann und sich lange in einem Raum von unverbindlichem Spiel aufhält, ist zugleich der große Nachteil. Da man nie weiß, wie ernst es dem anderen ist, wie camoufliert er ist, ja sogar, ob es zu den Informationen, die man erhält überhaupt einen realen Menschen gibt, oder ob es sich sogar um einen Fallensteller oder Psychopathen handelt (die populäre Kultur hat da längst ein neues Thriller-Thema gefunden), erzeugt jedes Begehren zugleich das Misstrauen als Geschwister.

Vertrauen, wenn es überhaupt existiert, wird allenfalls der Filtermaschine entgegengebracht, die man bezahlt, so oder so (durch Geld, durch Informationen, durch die Empfangsbereitschaft für wiederum so oder so bezahlte Botschaften). Das Schreckliche also besteht in dem ungeheuerlichen Irrglauben, dass ich einem anderen Menschen durch Information näher komme, dass eine Beziehung gut oder schlecht verläuft aufgrund wechselseitiger (und nicht zuletzt im Außen vermittelter) Informationen, und dass alles, was schief läuft, auf der Basis dieser Informationen schief läuft.

Da kann ich erstmal zustimmen. Es läuft ja so ab: eine Plattform wie okc stellt einen riesigen Weiterlesen

#hitlerkatzendiätpornofussballhitler: wie Georg Seeßlen einmal viele Klicks erhielt — Juni 24, 2015
#all you need is love | schokolakritz —

#all you need is love | schokolakritz

Ich liebe die Kombination von Schokolade und Lakritze. Ich habe mich bereits mit einem entsprechenden Entwicklungsgesuch an einen der führenden deutschen Schokoladen-Hersteller gewendet. Mein Vorschlag zur Sortimentserweiterung wurde zwar negativ, aber freundlich und überaus ausführlich beantwortet, sogar mit Angabe von Gründen. Nun erhielt ich heute überraschend dies: ein Paket mit Schoki-Lakritze-Variation aus einem Land, in dem die Schokofabrikanten wissen, was gut ist. Auf den Weg gebracht von einer Freundin, die grade die Welt bereist und andernorts Zugriff hat. Ich bin von den Socken. Sensationell. ♥Heart-Eyed-Emoji♥ Wenn Du das ließt, meine kühne Weltengondlerin: dAnKEsChÖn!

draumur

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