#mjusike: Scotsman’s No Top 100 – die November Radio Show

Bevor es gleich Dezember wird verlinke ich noch schnell eine heiße Netzperle, die ich jüngst entdeckt habe: Die Scotsman’s No Top 100 Radio Show aus Dresden. Im Stream: Punkrock and beyond. Einmal pro Monat bietet der Betreiber Scotsman – „Wylde at HeArt & Active Brain“ – eine handselektierte Playlist an: 60 Minutes full of Hotties, Punkrock, Garage, Rock&Roll, Surf, Wild Stuff. Das Archiv reicht zurück bis ins Jahr 2005. Ich spüre rohe Leidenschaft fürs Genre und bin sehr begeistert. Hier der Link zur November-Show:

http://www.notop100.de/ShowNov15/playerNov15.html

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#resilienz: „In Catastrophic Times – Resisting the Coming Barbarism“ by Isabelle Stengers

isabelle_stengersMercedes Bunz hat den Link heute auf facebook geteilt. Der Titel des Buches von Isabelle Stengers scheint hochaktuell und so habe ich geklickt. Ich landete bei meson press, einem open-access Forschungs- und Publikationskollektiv. Dort steht das Buch als PDF-Download bereit. Aus der Einleitung (meine Hervorhebung):

It is not a question here of demonstrating that the decades to come will be crucial, nor of describing what could happen. What I am attempting instead is of the order of an “intervention,” something that we experience during a debate when a participant speaks and presents the situation a little differently, creating a short freezing of time. Subsequently, of course, the debate starts again as if nothing had happened, but some amongst those who were listening will later make it known that they were touched. That is what happened during a debate on Belgian television about global warming, when I suggested that we were “exceptionally ill-equipped to deal with what is in the process of happening.” The discovery that such a remark could function as an intervention is the point of departure of this essay.

Es geht um die Folgen des Spätkapitalismus, die uns alle betreffen: Klimawandel, Ressourcenverknappung, Umweltkatastrophen und die sich immer weiter verschärfende weltweite soziale Ungleichheit. Ich habe es mir heruntergeladen und bin gespannt auf die Lektüre.

#Leseempfehlung: Antje Schrupp über „die Bösen“

Pointierter Text von Antje Schrupp über einseitige Berichterstattung, die Umweltkatastrophen in Brasilien und Indonesien und über die Banalität des Bösen:

http://antjeschrupp.com/2015/11/22/wer-sind-die-boesen-und-woran-erkennt-man-sie/

Auch die Kommentare lohnen sich zu lesen. Und das ist schon ‚was’… ich hatte bis zur Lektüres dieses Textes weder von der Schlammlawine in Brasilien noch von den Brandrodungen in Indoniesen gehört.

#sundaymusing: Ü B E R D I E L I E B E

Die folgenden Zeilen über die Liebe habe ich mir kürzlich notiert weil ich fand, dass sie stimmen, leider ohne Quelle. Die Originalformulierung war blumiger, ich habe sie zum Schlichteren hin verkürzt. Vermutlich stammen sie aus einem der vielen Newsletter, die ich abonniere, wenn ich mal wieder denke, ich bekomme zu wenig Newsletter (WTF?!). Ich markiere sie hier jedenfalls als Zitat:

„Love is not what you want. It is what you are.
It’s important to not get these two confused.

If you think that love is what you want, you will go searching for it.
If you think love is what you are, you will go sharing it.

Yet you cannot give love in order to get it. Doing that is as much as saying you do not now have it. And that statement will then be your reality. You may give love because you have it to give. In this will you experience your own possession of it.“

Ich bin durchaus offen für erbauliche Gedanken aus den Untiefen der Weltkulturgeschichte. Ich finde es großartig, wie Maria Popova -in ihren eigenen Worten „interestingness-hunter-gatherer“ – das auf Brainpickings umsetzt. Ihr Newsletter kommt immer wieder sonntags, und ist für mich the gentlest of all reminders, die Seite zu besuchen (seit Kurzem auch mobiloptimiert). Manchmal reicht es schon, den Betreff zu lesen, um ein Micro-Uplifting zu erfahren. ♥ „#sundaymusing: Ü B E R D I E L I E B E“ weiterlesen

#jobsjobsjobs: Schöne Stellenangebote im November in Berlin und im Ausland

Happiness Manager/in bei der sinnwerkstatt ab Anfang 2016.

Gesucht werden dort außerdem Webentwickler/innen für Phyton & Javascript, sowie ein/e Systemadministrator/in.

>> zur Ausschreibung


Freie/r (schreibende/r) Mitarbeiter/in für nachtkritik, dem Portal für Theaterkritiken & Berichterstattung. Deadline: 25.11.15

>> zur Ausschreibung (pdf)


Koordinator/in für das Ehrenamt in der Flüchtlingsarbeit beim Bezirksamt Mitte. „#jobsjobsjobs: Schöne Stellenangebote im November in Berlin und im Ausland“ weiterlesen

#netzlese: Was motiviert junge Menschen, sich dem IS anzuschließen?

Meine heutige Netzlese zum Thema IS und Motivation. Mich treibt die Frage um, was Menschen motiviert, sich dem IS anzuschließen – eingedenk der Tatsache, dass mein Wissen über Islam und IS begrenzt ist. Meine Frage ist eher psychologischer Natur und bezieht sich konkret auf die Tatsache, dass Menschen bereit sind, als Selbstmordattentäter zu fungieren. Ich habe vier lesenswerte Artikel zum Thema gefunden, die alle ähnliche Gründe aufführen: (lack of) identity/belonging, faith, curiosity, thirst for adventure, freedom, relative deprivation, anger, pain, numbness, hope for salvation, need to escape. In Schlagworten klingt das einfach, aber vor allem der erste Artikel nähert sich der Frage auf empathische Weise und ich konnte etwas damit anfangen.

  1. Why Do Young People Join ISIS? by The Institute of Middle East Studies.
  2. What Motivates Terrorists? by The Atlantic.
  3. You Can’t Understand Why People Join ISIS Without Understanding Relative Deprivation by Huffington Post.
  4. Why do young women want to join Islamic State? by The Guardian.

#lyrik: Rilke über Geduld

Ich weiß nicht mehr, wie ich auf diese Rilke-Passagen gestoßen bin. Aber er sagt hier kluge Dinge über die Geduld, die auch politisch sind. Und zwar in zwei Briefen an Franz Xaver Kappus aus dem Jahr 1903:

Lassen Sie Ihren Urteilen die eigene stille, ungestörte Entwicklung, die, wie jeder Fortschritt, tief aus innen kommen muß und durch nichts gedrängt oder beschleunigt werden kann. Alles ist austragen und dann gebären. Jeden Eindruck und jeden Keim eines Gefühls ganz in sich, im Dunkel, im Unsagbaren, Unbewußten, dem eigenen Verstande Unerreichbaren sich vollenden lassen und mit tiefer Demut und Geduld die Stunde der Niederkunft einer neuen Klarheit abwarten: das allein heißt künstlerisch leben: im Verstehen wie im Schaffen.
Da gibt es kein Messen mit der Zeit, da gilt kein Jahr, und zehn Jahre sind nichts, Künstler sein heißt: nicht rechnen und zählen; reifen wie der Baum, der seine Säfte nicht drängt und getrost in den Stürmen des Frühlings steht ohne die Angst, daß dahinter kein Sommer kommen könnte. Er kommt doch. Aber er kommt nur zu den Geduldigen, die da sind, als ob die Ewigkeit vor ihnen läge, so sorglos still und weit. Ich lerne es täglich, lerne es unter Schmerzen, denen ich dankbar bin: Geduld ist alles! [Quelle]

Sie sind so jung, so vor allem Anfang, und ich möchte Sie, so gut ich es kann, bitten, lieber Herr, Geduld zu haben gegen alles Ungelöste in Ihrem Herzen und zu versuchen, die Fragen selbst liebzuhaben wie verschlossene Stuben und wie Bücher, die in einer sehr fremden Sprache geschrieben sind. Forschen Sie jetzt nicht nach den Antworten, die Ihnen nicht gegeben werden können, weil Sie sie nicht leben könnten. Und es handelt sich darum, alles zu leben. Leben Sie jetzt die Fragen. Vielleicht leben Sie dann allmählich, ohne es zu merken, eines fernen Tages in die Antwort hinein. [Quelle]

#I love you: Ho99o9 und NAH im SO 36

Über Nerdcore wurde ich aufmerksam auf Ho99o9, gesprochen Horror, ein Duo aus aus New Jersey (jetzt LA). Beschreibungen der Band rufen phantastische Wortschöpfungen auf – Experimental Trashcore Rap, Crossover Afropunk, Horrorcore, Aggro Punkrock Hip Hop – und gefühlsduseln von deren rabiaten Liveauftritten. Ich habe mir also Karten für das Konzert im SO36 gekauft. Erstmal ein Foto:

Ein Selfie der Band, das „#I love you: Ho99o9 und NAH im SO 36“ weiterlesen